BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e.V.

Herzlich willkommen beim Verein Berufliche Förderung von Frauen,
Träger der Kontaktstelle Frau und Beruf Stuttgart, Region Stuttgart.

Trotz der derzeitigen Ausnahmesituation halten wir unser Beratungsangebot für Frauen aufrecht. Wir beraten und begleiten Sie zu Ihren beruflichen Fragen derzeit per Telefon, Mail oder Video. Sie erreichen uns wie gewohnt per E-Mail oder zu unseren Telefonzeiten (Montag, Dienstag und Freitag von 9-12 Uhr sowie  Mittwoch und Donnerstag von 13-16 Uhr) unter 0711 263457-0                                                       Flyer zu Beratung und Coaching

Nutzen Sie die Zeit, nehmen Sie Kontakt mit uns auf und: Bleiben Sie gesund!

_______________
Der Verein BeFF arbeitet seit 1986 an der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen  am Erwerbsleben.

Wir unterstĂĽtzen Frauen bei allen beruflichen Themen mit Beratung, Coaching, Seminaren, Programmen und Projekten. Wir engagieren uns in Gremien fĂĽr die strukturelle Verbesserung der Rahmenbedingungen fĂĽr die Erwerbsarbeit von Frauen und leisten Lobbyarbeit.‘
Einblicke in unsere Arbeit bietet der Jahresbericht 2019

Seit 1994 ist der Verein Träger der Kontaktstelle Frau und Beruf in Stuttgart, Region Stuttgart – siehe Die Kontaktstellen Frau und Beruf, das Landesprogramm in Baden-WĂĽrttemberg.


Aktuelles

Im Gespräch mit Maja Iris Merz, freiberufliche Singer-Songwriterin

Liebe Frau Merz, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Wenn ich keine Musik produziere, male ich – wenn ich nicht male schreibe ich Gedichte und dazwischen schneide ich Musikvideos. Ich bin gebĂĽrtige Stuttgarterin. Aktuell studiere ich im Master Audiovisuelle Medien an der HdM. Dort bekomme ich die technischen Werkzeuge an die Hand um kreative Ideen direkt umsetzen zu können. Als Multiinstrumentalistin nehme ich neben meinem Gesang auch die Instrumentalteile meiner StĂĽcke auf. Vom Songwriting ĂĽber das Marketing bis zum Veröffentlichen der Musikvideos kann ich so meine Produktionen selbst erarbeiten und veröffentliche aktuell mein erstes Album. In meinem Studio kann ich meiner Leidenschaft Musikproduktion nachgehen und Texte ĂĽber das schreiben, was mich bewegt.
Wie kamen Sie auf die Idee den Song Eva, in dem es um das Thema Gleichstellung geht, zu komponieren? Was ist Ihnen dabei wichtig?
Der Gedanke zu einem Lied über Gleichstellung spukte mir schon eine Weile im Kopf herum. Vor meinem Studium an der HdM war ich für Maschinenbau an der Uni Stuttgart eingeschrieben, wo Frauen eine Rarität waren. Trotz sehr netter Kommilitonen wurde ich immer wieder daran erinnert, dass ich als Frau eine Ausnahmeerscheinung war.

Zum Studiengangwechsel hat mich das nicht bewegt, sondern die Aussicht auf einen technischen Beruf mit mehr kreativen Anteilen. Trotzdem hat mir die Zeit klar gemacht, dass Gleichstellung kein Thema ist, das der Vergangenheit angehört.

Die richtigen Worte fĂĽr das Lied haben mich gefunden, nachdem ich gelesen hatte, dass in der aktuellen Pandemie vor allem Frauen die Leidtragenden sind. Ich habe mir die Frage gestellt, welche Mechanismen immer noch dazu fĂĽhren, dass Frauen weniger oft in FĂĽhrungspositionen sind, weniger verdienen und folglich die sind, die dann eher im Job auf die Bremse treten, wenn zu Hause mehr Aufgaben anfallen.

Die deutsche Musikszene ist nach wie vor männerdominiert: Wie könnte mehr Gendergerechtigkeit in der Musikbranche erreicht werden?
Programme, wie „Zukunftsmusik“ vom Pop-BĂĽro, bei dem ich die letzten Monate als Mentee teilnehmen durfte sind ein wichtiger AnstoĂź. Newcomerinnen bekommen dabei Mentorinnen zur UnterstĂĽtzung fĂĽr den Start in die Branche. Auch Datenbanken, wie von Music Women Germany, wo Frauen in der Branche besser sichtbar und auffindbar werden, sind eine Hilfe.

Ich glaube, dass Wissen der SchlĂĽssel zur Lösung vieler Probleme ist. Gut bezahlt sind Jobs, fĂĽr die man hochqualifiziert sein muss, die wenige machen möchten, oder fĂĽr die nur wenige geeignet sind. Wer viel weiĂź und dadurch selbstbewusst und unabhängig ist, ist in einer besseren Verhandlungsposition, als jemand, der Angst hat, Fragen zu stellen oder gestellt zu bekommen. Erfahrungsgemäß sind technische Bereiche auch in der Musikbranche Männerdomänen. Wem man in der Schule die Scheu vor technischen Schaltungen, Physik und Technik nimmt, der hat später keine Angst vor Mischpulten. AuĂźerdem sollten Frauen spezifisch fĂĽr Gehaltsverhandlungen geschult werden. Denn wer einfach zu „nett“ ist, wird schlechter bezahlt.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in Bereichen, bei denen Tourneen in irgendeiner Form stattfinden ausbaufähig. Das Gefühl, als Frau Fuß gefasst haben zu müssen, bevor man Kinder bekommt, ist in einer Branche, die ewig jung wirken möchte, definitiv präsent. Je mehr Vorbilder es für jüngere Frauen in der Branche gibt, desto geringer werden die Berührungsängste.

Abgesehen davon steht die Musikbranche auf den Träumen und Leidenschaften der Musikschaffenden. Mit zunehmender Wichtigkeit der Streamingdienste wird in einem demokratischen Prozess Musik immer billiger. Auch hier sehe ich die Gefahr, dass am Ende dort gespart wird, wo jetzt schon weniger verdient wird – bei den Frauen.

 

Veröffentlicht unter News

Im Gespräch mit der Verwaltungsrätin Helga Schneeberger

Du bist im Verwaltungsrat des Vereins BeFF e.V. tätig. Warum? Wie kam es dazu?
Mein frauenpolitisches Engagement begann in den 80er-Jahren im selbstverwalteten Frauenhaus Stuttgart. Damals dachten wir noch, dass die Institution dieser Häuser für Frauen, die Gewalt erlebt haben, sich in 40 Jahren erübrigt haben würde – die Wirklichkeit 2021 ist eine andere.

Aus der Erkenntnis, dass Frauen ohne berufliche Perspektive nie unabhängig werden, wurde für mich die Sicherung eines eigenständigen Berufslebens zum Credo meines eigenen Lebensweges und führte zur Mitgründung von BeFF e.V.

Welche frauenpolitischen Fragestellungen liegen dir besonders am Herzen ?
Als Lehrerin und später als Rektorin einer Schule und selbst ausgebildet in den MINT- Fächern (Naturwissenschaften und Technik) war es mir ein Anliegen, dass junge Frauen eine Berufswahl treffen, die nicht ausschließlich den tradierten Rollenmustern von Frauen entspricht und sie u.a. den Männern Paroli bieten können durch Kompetenz, Selbstsicherheit und gleichen Verdienst. Ohne finanzielle Eigenständigkeit durch den Beruf ist für mich kein selbstbestimmtes Leben als Frau denkbar, das war und ist mir immer ein sehr wichtiges Anliegen.

Diese Überzeugung möchte ich durch mein Engagement bei BeFF e.V. mithelfen, in die Tat umzusetzen.

Was macht den Verein BeFF e.V. aus deiner Sicht einzigartig?
BeFF e.V. vereint in der Arbeit aus hauptamtlich sehr engagierten z. T. langjährigen Mitarbeiterinnen und ehrenamtlich tätigen Frauen ein Modell, in dem Frauen ihr Potential individuell entwickeln können, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig misst der Verein BeFF e. V. mit nicht nachlassendem Nachdruck, die politisch Verantwortlichen daran, wie sie den Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen.

Das ist fĂĽr mich einzigartig!

Veröffentlicht unter News