BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e.V.

BeFF e.V. arbeitet seit 1986 an der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen  am Erwerbsleben.

Wir unterstĂŒtzen Frauen bei allen beruflichen Themen mit Beratung, Coaching, Seminaren, Programmen und Projekten. Wir engagieren uns in Gremien fĂŒr die strukturelle Verbesserung der Rahmenbedingungen fĂŒr die Erwerbsarbeit von Frauen und leisten Lobbyarbeit.‘
Einblicke in unsere Arbeit bietet der Jahresbericht 2021

Seit 1994 ist der Verein TrĂ€ger der Kontaktstelle Frau und Beruf in Stuttgart, Region Stuttgart – siehe Die Kontaktstellen Frau und Beruf, das Landesprogramm in Baden-WĂŒrttemberg.

Der gemeinnĂŒtzige Verein wurde 1985 von aktiven Frauen, die sich fĂŒr die gleichberechtigte Chancen von Frauen im Berufsleben einsetzen, gegrĂŒndet. Seitdem beraten wir Frauen bei allen beruflichen Fragestellungen und haben eine Vielzahl von Projekten zur beruflichen Weiterentwicklung von Frauen aufgelegt und umgesetzt.

Unser Ziel ist es, fĂŒr Frauen und MĂ€nner eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben, an der Familie, am öffentlichen Leben und der Politik zu erreichen.

An der Entstehung des baden-wĂŒrttembergischen Landesprogramms Kontaktstellen Frau und Beruf wirkte der Verein aktiv mit und ist seit 1994 TrĂ€ger der Kontaktstelle Frau und Beruf in Stuttgart.
Mit BeFF steigen Frauen ein und auf – Berufliche Zukunft gestalten: Flyer


Verwaltungsrat und GeschĂ€ftsfĂŒhrung:

Im Verwaltungsrat sind derzeit Dagmar BĂŒrkardt, Gudrun Christ, Manuela Rukavina, Manuela Reik und Ramona Auer.

Die geschĂ€ftsfĂŒhrende VorstĂ€ndin ist Inge Zimmermann.

Satzung


Aktuelles

Fragen an das Unternehmen AEB SE in Stuttgart zum FachkrÀftemangel u. Nachhaltikeit

Im GesprĂ€ch mit Enikö Szivos-Knecht und Christian Bylda-Hermens vom Stuttgarter Arbeitgeber AEB SE zum FachkrĂ€ftebedarf und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor. Das Interview fĂŒhrten wir im Nachgang zu unserer Veranstaltung Unternehmenseinblick mit den Stuttgarter Arbeitgebern AEB SE, EnBW AG und UNITY AG.

Welche Qualifikationen sind aktuell bei euch gefragt? Und wie wirkt sich das Thema Nachhaltigkeit darauf aus, auch zukĂŒnftig?
Aktuell sind bei AEB besonders Softwarentwickler:innen, IT-Administratoren:innen und Projektler:innen gefragt. Das Thema Nachhaltigkeit durchdringt das gesamte Unternehmen. Hier sind alle aufgefordert Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Es gibt aber keine Stellenangebote, die sich ausschließlich mit Nachhaltigkeit beschĂ€ftigen.

Wie schafft ihr es, dass mehr Frauen in gut bezahlte Positionen kommen? Gibt es spezielle Programme, die gezielt Frauen fördern?
Je nach BedĂŒrfnissen und Handlungsspielraum steht es jedem und jeder frei, Verantwortung fĂŒr eine Aufgabe oder fĂŒr ein Thema zu ĂŒbernehmen. Die Gehaltsentwicklung ist an Leistung und Wirkung gekoppelt. In der individuellen Entwicklung wird jede/r Mitarbeitende durch eine Ansprechperson betreut. Unser internes Programm „Frauen in FĂŒhrung“ steht jeder interessierten Mitarbeiterin offen. Daneben gibt es mit der Initiative „FĂŒhren in Teilzeit“ ein Angebot, von dem in der aktuellen gesellschaftlichen RealitĂ€t Frauen besonders profitieren.

Was macht die AEB SE interessant fĂŒr MĂ€nner und Frauen, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht?
Die zeitliche und rÀumliche FlexibilitÀt. Home Office ist bei AEB schon seit vielen Jahren eine SelbstverstÀndlichkeit. In einem offenen Austausch können die Interessen der Mitarbeitenden und des Unternehmens betrachtet und individuelle Lösungen gefunden werden.

Wie haben Initiativbewerbungen eine Chance bei euch?
Initiativbewerbungen sind bei AEB ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht. Wenn sich potenzielle Mitarbeitende schon mit der AEB auseinandersetzen erste Ideen haben, warum sie einen guten Beitrag im Unternehmen leisten könnten, ist das ein deutlicher Pluspunkt. Mit diesem Pluspunkt im Vorfeld gehen wir mit den Bewerbenden in den Austausch mit dem Ziel, zu prĂŒfen, ob es einen geeigneten Einsatzbereich gibt oder ob die Bewerbung zu einem spĂ€teren Zeitpunkt fĂŒr eine passende Stelle in Betracht gezogen wird.

Ganz herzlichen Dank fĂŒr diese wertvollen Einblicke in euer Unternehmen!

Weitere Infos zu den Stellenangeboten bei AEB SE

Nachgefragt bei Referentin Rebekka Siegel im Nachgang zum Workshop „Der Preis ist heiß!“

Aus dem Workshop „Der Preis ist heiß“ mit Rebekka Siegel drei Antworten damit Verkaufen auch Ihr grĂ¶ĂŸtes Geschenk ever wird:

Warum ist die Preisgestaltung fĂŒr Unternehmerinnen/Unternehmer und SelbstĂ€ndige ein heikles Thema?
Der eigene Wert wird auf einmal in eine vergleichbare WĂ€hrung ĂŒbersetzt. Da kommen schnell Gedanken wie „bin ich das wert, bin ich dafĂŒr gut genug“ auf. Der Preis ist der Spiegel fĂŒr Wert des Angebots und des Selbstwertes.

Was können Unternehmerinnen/Unternehmer und SelbstÀndige tun, um sich nicht mehr unter Wert zu verkaufen??
Hier gibt es drei Ansatzpunkte:

1) Die Transformation fĂŒr Kundinnen/Kunden richtig gut beschreiben. Was ist danach konkret anders?
2) Daran arbeiten, was man ĂŒber sich selbst, ĂŒber das eigene Angebot, ĂŒber den Auftraggebenden und ĂŒber Geld denkt. Das erleichtert enorm.
3) Die Aussprache des Preises ĂŒben, ĂŒben, ĂŒben. Dann geht er selbstbewusster ĂŒber die Lippen. Sich hinter dem Preis einen Punkt vorstellen und kein Fragezeichen, sonst geht die Stimme nach oben. Also Betonung runternehmen und den Verhandlungsspielraum damit schließen.

Weshalb ist es ein Irrtum, dass niedrige Preise lieber angenommen werden?
Ich habe oft genug gehört, dass die Auftraggebenden misstrauisch werden, wenn der Preis zu niedrig ist. So nach dem Motto „was nix kostet, ist nix wert“. Das gilt auch fĂŒr niedrige Preise. Außerdem motiviert ein höherer Preis, dass sich Auftraggebende mehr reinhĂ€ngen, weil sie das bestmögliche Ergebnis rausholen wollen. Und genau das wĂŒnschen wir uns doch fĂŒr unsere Kundinnen/Kunden. Das bestmögliche Ergebnis.

Herzlichen Dank, Rebekka!

Nachgefragt bei Referentin Dr. Carolin Hostert zu „Autopiloten: Bei sich und anderen enttarnen und Ideen fĂŒr eine bewusstere Interaktion!“

Im Nachgang zum Mittagsimpuls „Autopiloten: Bei sich und anderen enttarnen und Ideen fĂŒr eine bewusstere Interaktion!“, haben wir unserer Referentin Dr. Carolin Hostert drei Fragen zum Thema gestellt:

Was meinen Sie, wenn Sie von „Autopiloten“ sprechen?
Wenn es uns nicht gut geht oder wir im Stress sind – ĂŒbernehmen Autopiloten unser Denken, FĂŒhlen und Handeln. Sie sorgen dafĂŒr, dass wir in altbewĂ€hrten Mustern mit unserer Umwelt interagieren. Das können wir besonders dann gut gebrauchen, wenn gerade wenig Energie in uns vorrĂ€tig ist. Autopiloten sind aber nicht zwingend negativ. Durch die damit verbundenen StĂ€rken haben sie uns dort hingebracht, wo wir gerade im Leben stehen. Sind wir z. B. ausgeruht und im richtigen Setting unterwegs, wirken sie wie eine Spezialkraft.

Wie können wir diese „Autopiloten“ ausschalten?
Indem man dafĂŒr sorgt, dass der Energielevel – unser „Teller“ – gut gefĂŒllt ist. Das bedeutet, dass die Person das hat oder bekommt, was sie braucht, um in ihrer Energie zu sein.
FĂŒr manche sind das immer wieder neue Herausforderungen. FĂŒr andere, die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurĂŒckziehen zu können. Der eine Mensch liebt Zahlen und Fragen ĂŒber Fragen, der andere ist davon genervt oder gelangweilt. Wir können ĂŒber die Art, wie wir kommunizieren und in welcher Form wir unseren GegenĂŒbern Anerkennung zuteilwerden lassen, enorm dazu beitragen, diese individuellen Teller zu fĂŒllen. Die Autopiloten kommen nur dann zum Einsatz, wenn unsere Teller leer sind.

Haben Sie uns ein paar Beispiele dafĂŒr?
Ja, ein Beispiel aus einer Interaktion mit meinem Sohn. FĂŒr mich intuitiv fragte ich: „Was möchtest du auf dein Brot haben?“ – ich bekam keine Antwort. Als ich es umformulierte zu einem sanft ausgesprochenen: „Sag‘ mir, was du auf dein Brot haben möchtest.“ – nannte er mir sofort seinen Wunsch.

Oder ein Beispiel aus dem 2er-Setting mit einem Kollegen, das sehr zĂ€h lief. Er hielt Monologe zu seiner Vorstellung vom Sinn und Zweck des Projekts. Ich war genervt und er hörte noch nicht einmal, wenn ich sagte: „Ja, da stimme ich dir zu.“ Als ich meine Worte variierte zu „Ja, da teile ich deine Meinung.“ konnte ich wesentlich hĂ€ufiger auch einen Part zu dem dann entstehenden Dialog beitragen.

Es sind manchmal nur sehr kleine Variationen von einem „?“ zu einem „.“, oder von einem „stimmt“ zu „da hast Du recht“, die einen Riesenunterschied fĂŒr Menschen machen, die gerade ihren Autopiloten eingeschaltet haben.

Herzlichen Dank fĂŒr Ihre Anregungen!

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Drei Fragen an Christine Sing zum Thema Unconscious Gender Bias

Im Nachgang zum Mittagsimpuls „Stereotype Denkmuster – unser tĂ€glich Brot 

Unconscious Gender Bias aufdecken & ĂŒberwinden“ haben wir unserer Referentin Christine Sing drei Fragen zum Einstieg in das Thema gestellt:

Was sind Unconscious Bias & warum stellen sie fĂŒr Frauen eine besondere Herausforderung dar?
Ob wir wollen oder nicht – wir alle tragen unbewusste, stereotype Voreingenommenheiten gegenĂŒber anderen Menschen in uns: So haben Frauen laut unseres Unterbewusstseins stets nett, harmonisch und zurĂŒckhaltend zu sein. Tritt eine Frau dann selbstbewusst, durchsetzungsstark und zielorientiert auf, kommt es zu einem inneren Konflikt und wir nehmen die Frau negativ war. Dabei sind diese Verhaltensweisen – wenn wir bewusst reflektieren – genau die Eigenschaften, die wir von einer FĂŒhrungskraft erwarten und die wir bei MĂ€nnern mit gleichem Verhalten positiv bewerten.

Was können wir tun, um Unconscious Gender Bias zu ĂŒberwinden?
Im ersten Schritt ist es wichtig, die eigenen Voreingenommenheiten sich selbst gegenĂŒber zu erkennen. Ein Beispiel: wann sage ich der Harmonie wegen „Ja“, obwohl ich eigentlich „Nein“ meine. Zudem gilt es spielerisch zu ĂŒben, wie es sich anfĂŒhlt, wenn ich mich kontra-stereotyp verhalte, wie ich mit den Reaktionen darauf umgehe und dabei immer mehr SouverĂ€nitĂ€t gewinnen kann.
Und ganz wichtig: Die Voreingenommenheiten gegenĂŒber anderen Frauen auf den PrĂŒfstand stellen. Hier lautet mein Credo: „Rede nie schlecht ĂŒber eine andere Frau.“

WĂ€hrend meiner acht Jahre im VW Konzern und in meiner Beratungsarbeit mit verschiedensten Frauen und Unternehmen habe ich erlebt: Unconscious Bias Bildung & Bewusstsein sind der (leider) am meisten unterschĂ€tzte und zugleich einer der wichtigsten Hebel auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung fĂŒr Frauen – vor allem in FĂŒhrungspositionen. Hier haben wir in Deutschland noch sehr viel Bedarf und daher will ich gezielt zu einer VerĂ€nderung beitragen.

Herzlichen Dank fĂŒr Ihre EinschĂ€tzung und Einordnung!

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Drei Fragen zum Thema Digitalisierung an Manuela Rukavina

Digitalisierung – ein Buch mit sieben Siegeln?! Im Nachgang zum Vortrag unserer Referentin Manuela Rukavina habe wir ihr drei Fragen zum Einstieg in das Thema gestellt:

Warum ist das Thema Digitalisierung und Frauen so wichtig?
Das Thema fĂ€llt nicht vom Himmel, sondern wird von Menschen gestaltet. Die Frage ist nur, wer gestaltet mit? Man weiß aus der Forschung, dass Ă€ltere Frauen eher skeptisch Technikthemen gegenĂŒberstehen. Viele glauben, das Thema wĂŒrde sie nicht (mehr) betreffen – das stimmt aber nicht. Es betrifft uns alle – jetzt. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen prĂ€sent ihre Bedarfe, Forderungen mit ins Thema einbringen. Außerdem ist der Bereich gefĂ€hrlich fĂŒr Geschlechtergerechtigkeit, weil z.B. schnell verdeckte Diskriminierungsmechanismen unbewusst irgendwo mit reinprogrammiert sind.

Wo fÀngt Frau am besten an?
Erstmal sich selbst so zu positionieren, dass man zumindest offen fĂŒrs Thema wird. Das mache ich indem ich die wichtigsten Begriffe erklĂ€re – worĂŒber reden wir eigentlich? So hat man eine grobe Ahnung und macht nicht gleich die Schotten dicht. Der zweite Schritt ist, sich mit dem eigenen VerĂ€nderungsverhalten zu beschĂ€ftigen: Wann und wie fĂ€llt es mir leicht oder schwer, mich auf Neues einzulassen? Wo habe ich emotionale Zuschreibungen (z.B. „das haben wir doch frĂŒher auch nicht gebraucht“), die mich davon abhalten, weiterzugehen?
Im dritten Schritt, sich mit den eigenen StĂ€rken und Kompetenzen beschĂ€ftigen. Wenn ich weiß, was mir liegt, was ich kann, bin ich auch offen fĂŒr Weiterentwicklung, weil ich mit diesem Wissen neuen Herausforderungen anders begegnen kann.

Was geben Sie den Frauen mit auf den Weg?
Mein Wunsch ist, dass sie sich so aufzustellen, dass sie mit offenem Herzen auf Digitalisierung schauen. Da muss ich nicht alles toll finden – klar, aber ich habe im Blick, was passiert und vor allem, was das fĂŒr mich bedeutet (sofern sich das ĂŒberhaupt abschĂ€tzen lĂ€sst). Wenn ich fĂŒr mich weiß, welche StĂ€rken und welches VerĂ€nderungsverhalten ich habe, dann hauen mich plötzliche VerĂ€nderungen nicht so schnell um und ich kann z.B. gezielter nach Weiterqualifizierung schauen. Die Digitalisierung findet statt – wir brauchen Frauen mit ihren StĂ€rken, ihrem Blick, ihren Bedarfen, die eben mitgestalten – sonst findet sie ohne uns statt und das werden wir dann spĂŒren.

Herzlichen Dank fĂŒr Ihre EinschĂ€tzung und Einordnung!

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