Betriebsakquisiteurin und Job-Coach (w/m/d) in Vollzeit gesucht!

FĂĽr das Team der Clearingstelle im FORUM FRAUEN suchen wir ab sofort eine

Betriebsakquisiteurin und Job-Coach (w/m/d) in Vollzeit

Ăśber uns

                                                     

BeFF e.V.  FORUM FRAUEN
bietet vielfältige berufsbezogene Dienstleistungen für Frauen zur beruflichen Weiterentwicklung an. Im Rahmen des Kooperationsprojektes „FORUM FRAUEN“ besetzen wir eine Stelle mit einem Arbeitszeitumfang von 100%. ist ein Projekt zur beruflichen Beratung, Begleitung und Vermittlung für Frauen im SGB II. Die Teilnehmerinnen erhalten Unterstützung bei der Entwicklung ihrer individuellen beruflichen Perspektiven. Der Verein BeFF e.V., ZORA gGmbH, SKF e.V. und die Neue Arbeit sind Träger des Projekts.

Aufgaben

  • Akquisition von Arbeitsstellen und UnterstĂĽtzung der Mitarbeiterinnen im Projekt
    bei der Vermittlung der Teilnehmerinnen
  • Netzwerkaufbau mit Kammern, Betrieben, Verbänden, Agentur fĂĽr Arbeit usw.
  • DurchfĂĽhrung von Einzelcoachings und Erstellung von Bewerbungsunterlagen
  • Besuch und Organisation von Jobmessen, Tagungen und Kongressen
  • Dokumentation der Betriebs- und Teilnehmerinnenkontakte sowie Vermittlungsaktivitäten
  • Ă–ffentlichkeitsarbeit

Sie bringen mit

  • ein abgeschlossenes (Fach-)Hochschulstudium
  • eine mindestens dreijährige Vertriebserfahrung
  • Erfahrung in der Netzwerkarbeit
  • eine sehr gute Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
  • Eigeninitiative, Kreativität und Teamfähigkeit

Wir bieten

  • eine verantwortungsvolle Tätigkeit
  • leistungsgerechte VergĂĽtung nach dem ortsĂĽblichen Tarif

Die Stelle ist zunächst befristet bis 15.04.2021. Eine Verlängerung ist beabsichtigt. Arbeitsort ist der Sitz der Clearingstelle FORUM FRAUEN, Nordbahnhofstr. 115, 70191 Stuttgart.

Sie haben Interesse?

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an Inge Zimmermann, i.zimmermann@nullbeff-frauundberuf.de

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Im Gespräch mit der Soziologin Manuela Rukavina

© Duncan Smith

Stress ist etwas, was wir alle kennen und in der Regel nicht mögen. Was passiert denn bei Stress?
Unser Nervensystem fährt in einen sehr eingeschränkten Modus. Das führt auf der einen Seite dazu, dass wir kurz sehr leistungsstark sein können, um z.B. mal was durchzuziehen. Allerdings strengt es den Körper sehr an und unser Geist ist im Tunnel-Modus. Wir sehen nicht mehr, was links und rechts ist, wir machen immer das selbe (nämlich unsere eingefahrene Muster) und unsere Mitmenschen werden uns ziemlich egal.

Gleichzeitig ist Stress letztendlich das was passiert, wenn etwas in Gefahr ist, das mir wichtig ist. Das können meine inneren Werte, meine Mitmenschen, meine Zeit, meine Kompetenzen, meine Güter, meine Gesundheit und vieles mehr sein.

Sind Frauen besonders „stressanfällig“?
Frauen sind aus meiner Sicht mit zusätzlichen Formen von Stress belastet. Die imaginäre to-do-Liste haben fast ausschließlich Frauen im Kopf- sie sind meistens die Organisiererinnen in der Familie, im Team.

Gleichzeitig zeigt sich konstant und jetzt in der Pandemie verstärkt, dass Frauen mehr Rollen vereinbaren müssen als Männer- sie sind nach wie vor, diejenigen, die Beruf und Privatleben vereinbaren müssen. Ihre Männer haben es an der Stelle viel bequemer.

Was ist denn das Positive am Stress?
Er lässt uns wachsen. Ohne Stress, im Sinne von Herausforderung würden wir uns nie weiterentwickeln. Heftige Stress-Situationen sind unschön und kosten Kraft, aber selbst bei den großen Krisen, die man erlebt hat, kann man im Nachhinein mit Abstand sagen: das hat mich verändert, erfahrener und vielleicht auch stärker gemacht.
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Interview mit Dr. Hannah Böhrk, Luft- und Raumfahrttechnikingenieurin

© Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V

Liebe Frau Dr. Böhrk, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Ich bin promovierte Ingenieurin der Luft- und Raumfahrttechnik und arbeite seit fast 15 Jahren am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an Material- und Strukturfragestellungen für Raumfluggeräte. Dort forsche und entwickle ich als stellvertretende Abteilungsleiterin mit einer kleinen Gruppe an Thermalschutzkonzepten und neuartigen Materialanalysen für Raumfahrzeuge.  Und tatsächlich gehören auch spannende experimentelle Raumflüge in mein Repertoire.

Mit meinem Mann, meiner siebenjährigen Tochter und meinem dreijährigen Sohn lebe ich inmitten von Stuttgart. Als engagierte Wissenschaftlerin erlebe ich, dass in meinem Arbeitsumfeld wirklich wenig Frauen tätig sind (<15%) und das klassische Modell – er verdient die Brötchen, sie kĂĽmmert sich um die Kinder und den KĂĽhlschrank – quasi der Normalfall ist. Hier muss dringend modernisiert werden! Wie zeitgemäß Rollenverteilung heute funktioniert, sehe ich oft in meinem Bekannten- und Freundeskreis – ich lerne immer noch dazu!

Wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Hochschul- bzw. Forschungssektor?
Seit gut sechs Jahren bin ich auch nicht mehr nur die einzige Frau in meiner zwanzigköpfigen Abteilung. Ich unterscheide zwischen Kompatibilität und Karrierechancen. Als Angestellte des Bundes an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung, gibt es gute Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, hat der Bund für Eltern von Kindern unter 12 Jahren zusätzliche Urlaubstage gewährt. Das ist wirklich super!

Es gibt zudem schon lange flexible Arbeitszeitmodelle. Diese erlauben, sowohl in Telearbeit, also außerhalb des Büros zu arbeiten, aber auch, die Arbeitszeit für vorher bestimmte Zeiträume zu reduzieren und diese später dann garantiert wieder aufzustocken.

Dass es diese Regelungen gibt, heißt aber nicht immer, dass die Anträge auch genehmigt werden. Die (zumeist männlichen) Vorgesetzten stehen der Telearbeit oft skeptisch gegenüber. Dank Corona wird die Praxis des mobilen Arbeitens jetzt aber doch gelebt und gerade Eltern profitieren von der umgesetzten Flexibilisierung. Wir werden sehen ob Frauen auf lange Sicht davon profitieren können.

Der Frauenanteil in der Professorenschaft ist nach wie vor gering. Wie könnten mehr Professuren von Frauen besetzt werden?
Wie wir gerade erleben, kann man dieses Problem leider nicht nur einfach durch Regelungen ausgleichen. Ich glaube, es gibt nach wie vor viele bewusste und sehr antiquierte Denkmuster in den Köpfen – aber auch unbewusste. Meine Vermutung ist, dass in den starken, nahezu starren Hierarchien der Universitäten unweigerlich nach Persönlichkeit und »Passfähigkeit« zur bestehenden Fakultät ausgewählt und auch herangezogen wird. Da entsteht leicht das immer gleiche Muster.

Quoten sollen ja diese Systeme stören und die Auswahlmuster aufbrechen. Dann gibt es natürlich Programme, die sich bereits an die vom »Netzwerk« ausgeschlossenen Frauen richten. Aber sicher könnten (verpflichtende) Schulungsprogramme den Kommissionsmitgliedern helfen, sich aus unbewussten Denkmustern zu befreien. Auch ein »sich Auseinandersetzen müssen« mit diversen Menschen, beispielsweise im Rahmen eines Mentoringprogramms, kann Vielfalt in Auswahlentscheidungen begünstigen. Das wird durch Studien belegt.

 

 

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