Vorstellung Verwaltungsrätinnen

Du bist im Verwaltungsrat des Vereins BeFF e.V. tätig: Warum? Wie kam es dazu?
Im Verein BeFF e.V. bin ich schon lange aktiv – als Mitdiskutierende, als KassenprĂĽferin, dann im Vorstand und jetzt im Verwaltungsrat. Mich hat die Frauenbewegung geprägt; arbeitsmarkt- und sozialpolitische Fragen aus der Sicht von Frauen und ihre Interessen waren fĂĽr mich schon im Ă–konomiestudium wichtig und dann auch ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit als Studienleiterin in der Evangelischen Akademie Bad Boll. BeFF bot Vernetzung und Kooperation und – bis heute – die Chance, als Ehrenamtliche ganz konkret an der Verbesserung der Situation von Frauen in der Erwerbsarbeit mitzuarbeiten und dafĂĽr auch den Verein mitzugestalten.
Welche frauenpolitischen Fragestellungen liegen Dir besonders am Herzen?
Für mich ist ein zentrales Anliegen, wie es gelingen kann, die nach wie vor bestehende Lücke in der Bezahlung von Männern und Frauen, den Gender Pay Gap, zu beseitigen. Es ist frustrierend und auch schockierend, wie wenig sich da – vor allem in Deutschland – bisher getan hat, obwohl es kein neues Thema ist. Damit verbunden sind natürlich auch andere frauenpolitische Baustellen, wie z.B. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder auch die Alterssicherung von Frauen bzw. die Verhinderung von Altersarmut.
Was macht den Verein BeFF e.V. aus Deiner Sicht einzigartig?
BeFF ist ein offener und beweglicher Verein, der immer wieder Neues aufnimmt, die Arbeit weiterentwickelt und sich dabei in einem breiten Netzwerk bewegt. Nicht zuletzt durch diese Vernetzung ist es möglich, das Engagement und die Erfahrungen in individueller Beratung und Coaching mit der Beteiligung an der frauenpolitischen Debatte zu verbinden – fĂĽr mich das Besondere an BeFF.

Du bist im Verwaltungsrat des Vereins BeFF e.V. tätig. Warum? Wie kam es dazu?
Mein frauenpolitisches Engagement begann in den 80er-Jahren im selbstverwalteten Frauenhaus Stuttgart. Damals dachten wir noch, dass die Institution dieser Häuser für Frauen, die Gewalt erlebt haben, sich in 40 Jahren erübrigt haben würde – die Wirklichkeit 2021 ist eine andere.

Aus der Erkenntnis, dass Frauen ohne berufliche Perspektive nie unabhängig werden, wurde für mich die Sicherung eines eigenständigen Berufslebens zum Credo meines eigenen Lebensweges und führte zur Mitgründung von BeFF e.V.

Welche frauenpolitischen Fragestellungen liegen dir besonders am Herzen ?
Als Lehrerin und später als Rektorin einer Schule und selbst ausgebildet in den MINT- Fächern (Naturwissenschaften und Technik) war es mir ein Anliegen, dass junge Frauen eine Berufswahl treffen, die nicht ausschließlich den tradierten Rollenmustern von Frauen entspricht und sie u.a. den Männern Paroli bieten können durch Kompetenz, Selbstsicherheit und gleichen Verdienst. Ohne finanzielle Eigenständigkeit durch den Beruf ist für mich kein selbstbestimmtes Leben als Frau denkbar, das war und ist mir immer ein sehr wichtiges Anliegen.

Diese Überzeugung möchte ich durch mein Engagement bei BeFF e.V. mithelfen, in die Tat umzusetzen.

Was macht den Verein BeFF e.V. aus deiner Sicht einzigartig?
BeFF e.V. vereint in der Arbeit aus hauptamtlich sehr engagierten z. T. langjährigen Mitarbeiterinnen und ehrenamtlich tätigen Frauen ein Modell, in dem Frauen ihr Potential individuell entwickeln können, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig misst der Verein BeFF e. V. mit nicht nachlassendem Nachdruck, die politisch Verantwortlichen daran, wie sie den Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen.

Das ist fĂĽr mich einzigartig!