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04.10.22 Drei Fragen an unsere Referentin Christine Sing zu ihrem Mittagsimpuls: „Stereotype Denkmuster – unser tĂ€glich Brot 
 Unconscious Gender Bias aufdecken & ĂŒberwinden“

Was sind Unconscious Bias & warum stellen sie fĂŒr Frauen eine besondere Herausforderung dar?
Ob wir wollen oder nicht – wir alle tragen unbewusste, stereotype Voreingenommenheiten gegenĂŒber anderen Menschen in uns: So haben Frauen laut unseres Unterbewusstseins stets nett, harmonisch und zurĂŒckhaltend zu sein. Tritt eine Frau dann selbstbewusst, durchsetzungsstark und zielorientiert auf, kommt es zu einem inneren Konflikt und wir nehmen die Frau negativ war. Dabei sind diese Verhaltensweisen – wenn wir bewusst reflektieren – genau die Eigenschaften, die wir von einer FĂŒhrungskraft erwarten und die wir bei MĂ€nnern mit gleichem Verhalten positiv bewerten.

Was können wir tun, um Unconscious Gender Bias zu ĂŒberwinden?
Im ersten Schritt ist es wichtig, die eigenen Voreingenommenheiten sich selbst gegenĂŒber zu erkennen. Ein Beispiel: wann sage ich der Harmonie wegen „Ja“, obwohl ich eigentlich „Nein“ meine. Zudem gilt es spielerisch zu ĂŒben, wie es sich anfĂŒhlt, wenn ich mich kontra-stereotyp verhalte, wie ich mit den Reaktionen darauf umgehe und dabei immer mehr SouverĂ€nitĂ€t gewinnen kann.
Und ganz wichtig: Die Voreingenommenheiten gegenĂŒber anderen Frauen auf den PrĂŒfstand stellen. Hier lautet mein Credo: „Rede nie schlecht ĂŒber eine andere Frau.“

Warum beschÀftigen Sie sich so intensiv mit Unconscious Bias?
WĂ€hrend meiner acht Jahre im VW Konzern und in meiner Beratungsarbeit mit verschiedensten Frauen und Unternehmen habe ich erlebt: Unconscious Bias Bildung & Bewusstsein sind der (leider) am meisten unterschĂ€tzte und zugleich einer der wichtigsten Hebel auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung fĂŒr Frauen – vor allem in FĂŒhrungspositionen. Hier haben wir in Deutschland noch sehr viel Bedarf und daher will ich gezielt zu einer VerĂ€nderung beitragen.

Danke fĂŒr Ihre EinschĂ€tzung und Einordnung!

19.09.22 Drei Fragen an unsere Referentin Manuela Rukavina zu ihrem Online-Vortrag: „Digitalisierung ein Buch mit sieben Siegeln!“

Warum ist das Thema Digitalisierung und Frauen so wichtig?
Das Thema fÀllt nicht vom Himmel, sondern wird von Menschen gestaltet.
Die Frage ist nur, wer gestaltet mit? Man weiß aus der Forschung, dass Ă€ltere Frauen eher skeptisch Technikthemen gegenĂŒberstehen. Viele glauben, das Thema wĂŒrde sie nicht (mehr) betreffen – das stimmt aber nicht. Es betrifft uns alle – jetzt. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen prĂ€sent ihre Bedarfe, Forderungen mit ins Thema einbringen. Außerdem ist der Bereich gefĂ€hrlich fĂŒr Geschlechtergerechtigkeit, weil z.B. schnell verdeckte Diskriminierungsmechanismen unbewusst irgendwo mit reinprogrammiert sind.

Wo fÀngt Frau am besten an?
Erstmal sich selbst so zu positionieren, dass man zumindest offen fĂŒrs Thema wird. Das mache ich indem ich die wichtigsten Begriffe erklĂ€re – worĂŒber reden wir eigentlich? So hat man eine grobe Ahnung und macht nicht gleich die Schotten dicht.
Der zweite Schritt ist, sich mit dem eigenen VerĂ€nderungsverhalten zu beschĂ€ftigen: Wann und wie fĂ€llt es mir leicht oder schwer, mich auf Neues einzulassen? Wo habe ich emotionale Zuschreibungen (z.B. „das haben wir doch frĂŒher auch nicht gebraucht“), die mich davon abhalten, weiterzugehen?
Im dritten Schritt, sich mit den eigenen StĂ€rken und Kompetenzen beschĂ€ftigen. Wenn ich weiß, was mir liegt, was ich kann, bin ich auch offen fĂŒr Weiterentwicklung, weil ich mit diesem Wissen neuen Herausforderungen anders begegnen kann.

Was geben Sie den Frauen mit auf den Weg?
Mein Wunsch ist, dass sie sich so aufzustellen, dass sie mit offenem Herzen auf Digitalisierung schauen. Da muss ich nicht alles toll finden – klar, aber ich habe im Blick, was passiert und vor allem, was das fĂŒr mich bedeutet (sofern sich das ĂŒberhaupt abschĂ€tzen lĂ€sst). Wenn ich fĂŒr mich weiß, welche StĂ€rken und welches VerĂ€nderungsverhalten ich habe, dann hauen mich plötzliche VerĂ€nderungen nicht so schnell um und ich kann z.B. gezielter nach Weiterqualifizierung schauen. Die Digitalisierung findet statt – wir brauchen Frauen mit ihren StĂ€rken, ihrem Blick, ihren Bedarfen, die eben mitgestalten – sonst findet sie ohne uns statt und das werden wir dann spĂŒren.

Danke fĂŒr Ihre EinschĂ€tzung und Empfehlungen!

14.09.22 Nachgefragt bei
 Margherita Lo Tito, Teilnehmerin unseres Programms „BERUFSPERSPEKTIVE UND NEUSTART FÜR FRAUEN AB 45“

Liebe Frau Lo Tito, ein paar Hintergrundinformationen zu Ihrer Person. Sie sind 50 Jahre, alleinerziehend mit 2 Jungs (11/13), heute tÀtig als Kulturmanagerin in Stuttgart, Italienerin und leben seit dem 9. Lebensjahr in Deutschland.

Wie sind Sie zum Programm Neustart gekommen?
Ich habe in der Stuttgarter Zeitung davon gelesen. Das Programm wurde vorgestellt und es hat mich sofort angesprochen, da ich mich in einer Zeit des Umbruchs befand.

Mit welcher Motivation und welchem Anliegen sind Sie gestartet?
Als Alleinerziehende mit zwei Jungs war ich dabei, an meinem neuen Wohnort Stuttgart wieder Fuß zu fassen. Langfristig hatte ich den Wunsch, auch allein mit den Kindern, beruflich wieder mehr Verantwortung zu ĂŒbernehmen und in den Kulturbereich zurĂŒckzukehren, in dem ich vor der Geburt der Kinder lange tĂ€tig war. Aufgrund der Arbeitszeiten mit Abenddiensten und dem projektbezogenen Arbeiten, das zeitlich sehr einnehmend und oft nicht planbar ist, hatte ich nach der Geburt der Kinder in den karitativen Bereich gewechselt. Hier konnte ich meine FĂ€higkeiten und Erfahrungen vollumfĂ€nglich einbringen, habe viel dazugelernt und hatte dabei geregelte Arbeitszeiten und sehr familienfreundliche Konditionen. Allerdings wuchs in mir zunehmend der Wunsch, mich inhaltlich wieder einbringen zu können, was ich im sozialen Sektor als studierte Literaturwissenschaftlerin, Historikerin, Kulturmanagerin und freischaffende Dramaturgin nur bedingt konnte. Vereinbarkeit von Kindern und Wunsch-Job sollte fĂŒr mich wahr werden! Und es hat zwischenzeitlich auch geklappt – auch weil die Kinder nicht mehr ganz so klein sind.

Was war fĂŒr Sie wĂ€hrend des Programms besonders wichtig?
Ich habe wĂ€hrend des Kurses viel gelernt – auch ĂŒber mich. Damit konnte ich mein Profil, meine Werte und meine Zielsetzungen und Visionen besser bestimmen. Die Einzel- und Gruppen-Coaching-Termine waren dabei sehr unterstĂŒtzend und erhellend. Neben der Bestimmung und dem Bewusstsein fĂŒr die eigenen Kompetenzen haben wir viel ĂŒber die heutigen Anforderungen bei den Basics gelernt: Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, VorstellungsgesprĂ€ch, Online-Stellenmarkt und berufliche Soziale Medien.
Besonders wichtig neben dem Know-how war fĂŒr mich der Austausch mit den anderen Kursteilnehmerinnen. Ich habe sehr taffe Frauen kennengelernt! So unterschiedlich wir auch waren, so sehr hat uns dann auch wieder vieles verbunden. Alle in einer Lebensphase des Umbruchs – wenn auch aus ganz unterschiedlichen GrĂŒnden. Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf war fĂŒr viele ein Thema. Ich habe UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t unter Frauen erlebt, das war wirklich toll! Wir machen bis heute noch „kollegiale Beratung“ und sind in sehr wohlwollendem Kontakt miteinander.

Was war besonders hilfreich?
Durch die ganztĂ€gigen Workshops haben wir die einzelnen Themen gut vertieft. FĂŒr die „Hausaufgaben“, die wirklich wichtig waren, hatten wir ausreichend Zeit zwischen den Terminen. Sehr hilfreich und absolut grundlegend war fĂŒr mich auch, dass das Programm von der Stadt Stuttgart gefördert wird, denn so konnte ich den Kurs finanzieren.

Wovon haben Sie besonders profitiert?
Durch die individuellen „Hausaufgaben“ (Erstellung Lebenslauf, Anschreiben, Kurzprofil und SelbstprĂ€sentation) hatten wir gleich alles Nötige zur Hand, um eine berufliche VerĂ€nderung ohne großen Aufwand in Angriff zu nehmen. Dadurch wurde bei mir die Motivation fĂŒr den Neustart verstĂ€rkt: Über zusĂ€tzliche Online-Seminare bei der BeFF – Kontaktstelle Frau und Beruf und z. B. Kubuz (Kultur Business Zukunft, Ludwigsburg) konnte ich viele weitere fĂŒr mich wichtige Themen abends oder am Wochenende vertiefen: Frauen und Finanzen, Soziale Medien, positive Kommunikation, Frauen in FĂŒhrung, Zeitmanagement und Selbstorganisation, Gesundheitsmanagement… Ich fĂŒhlte mich daher rundum gut informiert und vorbereitet fĂŒr den Neustart!

Beim Einzelcoaching konnten ganz individuelle Fragestellungen erörtert werden – das war sehr wichtig. Die Beratung war dabei höchst professionell.

WĂŒrden Sie das Programm weiterempfehlen – wenn ja, warum?
Ja! Weil es immer noch den Gender-Gap gibt und weil mehr Frauen in Verantwortungspositionen das Ă€ndern könnten! Weil Frauen mehr als MĂŒtter und Partnerinnen sind! Weil Frauen ihr Leben in die Hand nehmen können – und nie wissen, ob sie nicht doch irgendwann ganz auf sich allein gestellt sind! Und weil wir uns schon selbst das Konfetti in das Leben pusten mĂŒssen!

Ein gelungenes Schlusswort 😊 liebe Frau Lo Tito – herzlichen Dank fĂŒr Ihre Offenheit und das Vertrauen in uns!

06.09.22 Wir waren im GesprĂ€ch mit Ute Schomaker, die aktuell unser von der Arbeitsagentur gefördertes Programm „Aktiv durch Coaching“ erfolgreich abgeschlossen hat:

Wir gratulieren zum neuen Job und freuen uns riesig, dass das geklappt hat. Wie sind Sie im Juni in das Programm gestartet?
Erfahren habe ich von dem Programm von einer Freundin. Angesprochen hat mich zuallererst die Option eines individuellen Einzelcoachings. Ich erwartete in erster Linie UnterstĂŒtzung, mich am Arbeitsmarkt besser orientieren zu können.

Was hat Ihnen das Programm gebracht – beruflich und persönlich?
Das Programm hat mir zu einem echten Mehrwert verholfen. In erster Linie konnte ich mit eigenen Vorurteilen aufrĂ€umen, was meine beruflichen Chancen betrifft. FĂŒr meine persönliche Weiterentwicklung im beruflichen Kontext erhielt ich kompetente und zielfĂŒhrende Informationen und Tools, auf die ich auch in Zukunft jederzeit zurĂŒckgreifen kann.

Eine Erfahrung aus dem Programm, die Sie nicht vergessen werden?
Besonders inspirierend und hilfreich fand ich die Informationen ĂŒber die Arbeitgebersicht. Damit kann ich einen Perspektivwechsel vornehmen und meine FĂ€higkeit und die Gegebenheiten objektiver betrachten. Ich sehe jetzt auch, dass es selbst nach vielen Berufsjahren zielfĂŒhrend ist, an einem guten Bewerbungstraining teilzunehmen.

Was nehmen Sie aus dem Programm in den neuen Job mit?
Ich gehe definitiv mit mehr Selbstvertrauen und gestĂ€rkt in den neuen Job. Ich weiß jetzt meine Kompetenzen mehr zu schĂ€tzen und habe viel ĂŒber mich selbst erfahren. Und sollte ich mich doch noch einmal auf Jobsuche begeben, weiß ich jetzt, wie ich die passenden Arbeitgeber zielgerichteter auswĂ€hle.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Motivation!

04.08.22 Drei Fragen an Olga Pramberger, Trade Compliance Sanctions & Export Controls bei AEB SE, im Nachgang zur landesweiten Online-Veranstaltung „100 Minuten IT – Warum sich ein Quereinstieg in die IT lohnt!“

Du hast in Russland ein Jurastudium abgeschlossen und in Deutschland BWL studiert. Wie kam es dazu, dass du hier in der IT gelandet bist?
Beim letzten Arbeitgeberwechsel habe ich intensiv recherchiert, welche Aufgaben außerhalb des klassischen Jura oder Vertriebs noch passen. Idealerweise wollte ich meine Erfahrungen als Unternehmensjuristin in Russland oder aus dem Vertrieb in Deutschland wiederverwenden.

Da bin ich meinem Mann und Bekanntenkreis sehr dankbar fĂŒr Tipps und das Mut machen, mir die Stellen in IT-Firmen anzuschauen, weil sie offensichtlich nicht nur Softwareentwickler suchen. Damit weitete ich mein Suchradius auf IT-Unternehmen aus, die juristische oder vertriebliche Kenntnisse (zumindest teilweise) voraussetzten.

FĂŒr meine jetzige Stelle bei AEB wurde juristisches VerstĂ€ndnis und Interesse an Softwareproduktentwicklung, ohne dabei programmieren zu mĂŒssen, gesucht. Das klang fĂŒr mich nach einer ungewöhnlichen Kombination, aber gleichzeitig danach, dass ich mein bisheriges Wissen und Können fĂŒr diese Aufgabe verwenden kann. Dazu durfte ich moderne Softwareentwicklung und attraktive Arbeitsbedingungen im IT-Unternehmen erleben. Das alles zusammen reizte mich und eröffnete vielversprechende Perspektiven fĂŒr meine weitere Karriere.

Und nun
 als Fachexpertin in der Softwareproduktentwicklung fĂŒr die Exportkontrolle und Trade Compliance helfe ich international agierenden Unternehmen rechtskonform zu handeln.

WĂŒrdest du es wieder tun? Wenn ja, warum?
Definitiv! Die IT-Karriere bedeutet nicht nur eine starre Richtung, man hat viele Perspektiven sich zu entfalten. IT ist ein wachsender Bereich mit optimistischem Zukunftspotenzial, weil hier viele neuen Berufsfelder oder Karrieren an der Schnittstelle zwischen IT und „klassischen“ Berufen entstehen.

FĂŒr mich ist das eine attraktive Mischung aus interessanten Aufgaben, kompetenten Kollegen und flexiblen, modernen Arbeitsbedingungen. Dies bietet insgesamt eine gute Work-Life-Balance und vielfĂ€ltige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Mit welchen Argumenten motivierst du Frauen, den Weg in die IT einzuschlagen?
Zu einem die Karriere in einem wachsenden, zukunftsfÀhigen Bereich, in dem viele FachkrÀfte gesucht werden. Das bedeutet kurzfristig bessere Einstellungschancen und langfristig mehr Sicherheit am Arbeitsmarkt.

Zum anderen haben die IT-Unternehmen eine moderne, offene Arbeitskultur und kaum typische Hierarchien. Im Alltag arbeitet man mit modernen Methoden und Tools. 100% Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder Arbeitszeitreduzierung sind oft möglich und kommen zu dem guten Gehalt dazu.

Die Expertise von Quereinsteigern*innen aus anderen Bereichen oder Berufen hat fĂŒr die IT großen Wert, weil man die praktische (nicht theoretische) Sicht auf die wahren Probleme hat, welche mit IT, Digitalisierung oder SoftwareeinfĂŒhrung verbessert werden können.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Motivation!

01.08.22 Drei Fragen an Sabine Wolz, Produktma nagerin bei Mercedes-Benz Tech Innovation, im Nachgang zur landesweiten Online-Veranstaltung „100 Minuten IT – Warum sich ein Quereinstieg in die IT lohnt!“

Wie bist du als Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin in der IT gelandet? Was hat dich motiviert, dort Fuß zu fassen?
Eigentlich war es mehr Zufall. Nach meinem Bachelor in Soziologie und Wirtschaftswissenschaften habe ich mich eigentlich in der Medienbranche gesehen. Nach einem Praktikum in einem Verlag war mir klar, ich möchte weiter studieren und einen Master machen. Ein Professor von mir hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es in der IT auch viele Jobs gibt, wo nicht das tiefe technische Wissen benötigt wird, und gerade Geisteswissenschaftler eine echte Bereicherung sind. So bin ich im Vertiefungsfach Informationsmanagement und damit nahe der IT gelandet.

Wie ist es fĂŒr dich, in einer MĂ€nnerdomĂ€ne zu arbeiten?
Um ehrlich zu sein, nicht immer ganz leicht. Mir fĂ€llt es schwer, wenn ich merke, dass die Kollegen untereinander anders reden, als wenn ich dabei bin. Generell braucht man als Frau in der MĂ€nnerwelt oft ein dickes Fell und muss sich anders behaupten und durchsetzen, als es ein Mann mĂŒsste. Trotzdem macht es mir auch viel Spaß. Ich bin eine starke BefĂŒrworterin von gemischten Teams. Es gibt Studien darĂŒber, dass diverse Teams bessere Entscheidungen treffen und qualitativ hochwertigere Lösungen entwickeln. Außerdem ist die Bandbreite an spannenden Themen in der IT wirklich groß.

Was gibst du Frauen mit auf den Weg, die darĂŒber nachdenken, in die IT zu wechseln?
Einfach machen und ausprobieren. Es gibt so viele GrĂŒnde, warum es sich lohnt: Es gibt viele Jobs, die Arbeit wird nie langweilig und die Bezahlung ist gut. Nur um ein paar davon zu nennen. Eine Entscheidung ist ja auch keine Einbahnstraße. Wenn es doch nicht passen sollte, na dann kann man ja auch wieder einen anderen Weg einschlagen. Ich habe mich mir selbst nie in der IT-Branche vorgestellt, und jetzt wo ich da bin, denke ich, eigentlich passe ich als Geisteswissenschaftlerin hier doch sehr gut rein und decke einen Blickwinkel ab, der sonst untergehen wĂŒrde. Es lohnt sich also in jedem Fall, es auszuprobieren.

Herzlichen Dank fĂŒr die Inspiration und Ermutigung!
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28.7.22 Drei Fragen an Sandra Jörg, GrĂŒnderin und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Blackpin GmbH, im Nachgang zur landesweiten Online-Veranstaltung „100 Minuten IT – Warum sich ein Quereinstieg in die IT lohnt!“

Du bist eine erfolgreiche GeschÀftsfrau. Woher kommt deine Kraft, deine Energie und dein Ehrgeiz?
Ich bin schon als Kind immer sehr getrieben und neugierig gewesen und hatte schon frĂŒh ganz große Ziele, viele Ideen und TrĂ€ume. Meine Eltern haben es vorgelebt, dass man durch Fleiß und harte Arbeit viel erreichen kann. Sie haben sich alles selbst im Leben aufgebaut und ihnen wurde nichts geschenkt. So war schnell fĂŒr mich klar, ich wĂŒrde mir auch selbst alles erarbeiten mĂŒssen, wenn ich meine Ziele erreichen möchte. Jedoch habe ich immer nur das gemacht, was mir Spaß macht, das finde ich sehr wichtig, deshalb fehlt es mir nie an Energie oder Antrieb.

Hattest du in deinem Leben Niederlagen zu bewÀltigen? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen?
Oh ja, viele. Das ist aber ganz normal und damit gehe ich sehr offen und positiv um. Da ich einige Zeit in Israel gelebt habe, konnte ich mir vieles abschauen und mich inspirieren lassen von deren Arbeitsweisen und Einstellungen. Die Israelis haben eine Fail Forward Kultur. Fallen, aufstehen, aus den Fehlern lernen und weitermachen. Wenn man Dinge zum ersten Mal macht, ist es nur normal, dass man nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft. Meine Devise ist, gebe immer 100% bei allem, und wenn es dann nicht klappt, habe ich mir nichts vorzuwerfen, weil ich es dann einfach nicht besser konnte.

Die IT-Branche boomt. Welche Tipps gibst du den Frauen, die sich dem Berufsfeld annĂ€hern wollen? Wie können sie herausfinden, ob es fĂŒr sie passt?
Da sage ich nur, es passt fĂŒr jede:n. Denn die IT-Branche ist so bunt mittlerweile, dass sich fast jede:r mit seinen FĂ€higkeiten in einem Berufsbild wiederfindet. Die IT-Branche ist boomend, spannend, noch immer jung und wĂ€chst rasant, das sind die besten Voraussetzungen fĂŒr eine tolle Zukunft und Karrierechancen. Gerade auch als Quereinsteiger:in.

Herzlichen Dank fĂŒr die EinschĂ€tzung und Inspiration!
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22.7.22 Drei Fragen an Dr. Stefanie Huber, Quartiersleiterin der Digital Media Women Bodensee-Oberschwaben, im Nachgang zur landesweiten Online-Veranstaltung „100 Minuten IT – Warum sich ein Quereinstieg in die IT lohnt!“

Steffi, was gefÀllt Dir an der Arbeit in der IT?
Digitalisierung ist die Zukunft, deshalb ist der Bereich unglaublich dynamisch und alles ist in stetiger VerĂ€nderung. Mir macht es Spaß, das mitzugestalten.

Was hat sich in den letzten Jahren in Bezug auf den Stellenmarkt in der IT verÀndert?
FrĂŒher gab es oft nur die Unterscheidung: Projektleitung, Programmieren und Betrieb. Heute gibt es viele verschiedene Rollen um auf allen Ebenen den organisatorischen Wandel durch die Digitalisierung zu begleiten.

Warum ist es wichtig, dass Frauen in die IT gehen?
Digitale Produkte prÀgen mittlerweile fast jeden Aspekt unseres Alltags. Es ist wichtig, dass Frauen diesen Wandel mitgestalten!

Herzlichen Dank fĂŒr die EinschĂ€tzung und vielen Dank an die Kolleginnen der Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg-Bodensee-Oberschwaben, die das Interview fĂŒhrten!

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Foto: Fotostudio Kerstin SĂ€nger

Was qualifiziert Ihrer Meinung nach Frauen fĂŒr Managementaufgaben?
Dieselben Dinge, die auch einen Mann fĂŒr eine Position qualifizieren wĂŒrden: eine entsprechende fachliche Ausbildung, soziale Kompetenzen und ich finde es extrem wichtig, dass man Menschen mag, wenn man sie fĂŒhren will.

Wie kommt es, dass immer noch weit weniger Frauen in Management-Positionen zu finden sind als MĂ€nner?
Leider trauen sich Frauen -bei gleicher Qualifikation – eine Managementposition immer noch weniger zu. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein kann also nicht schaden. Ein zweiter Punkt ist nach wie vor, dass Managementpositionen oft in Vollzeit vergeben werden und Frauen sich das in der Zeit der Kindererziehung nicht vorstellen können bzw. es auch nicht leicht organisiert bekommen. In unserem Land ist das nach wie vor ein Spagat. Es sind nicht nur lange Arbeitszeiten, sondern oft auch mal Dienstreisen.

Was muss geschehen, dass sich das Àndert?
Am Selbstvertrauen dĂŒrfen die Frauen einiges zulegen, nur Mut! Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollten der Lebenspartner mit an einem Strang ziehen und die Arbeitgeber dĂŒrfen lernen, dass man eine Managementposition auch teilen kann oder dass man z.B. Meetings nur familienfreundlich zwischen 9 und 16 Uhr ansetzt.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Tipps!
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6.7.22 Drei Fragen an Andrea Bruhn, Business- und Natur-Coach, zu ihrem Mittagsimpuls „Change Kurve“ oder wie Mensch auf VerĂ€nderungen reagiert.

Was ist die „Change Kurve“?
Die „Change Kurve“ ist ein Modell, das den Verlauf der Emotionen in einer VerĂ€nderungssituation aufzeigt. Die emotionalen Reaktionen vollziehen sich demnach in sieben Phasen, die sich vor allem durch die wahrgenommene Steuerungskompetenz, das heißt durch das GefĂŒhl der Kontrolle, unterscheiden.
So kann laut Modell eine VerĂ€nderung zunĂ€chst als Art 1) Schock wahrgenommen werden, auf den wir ggf. mit 2) VerdrĂ€ngung oder Verneinung reagieren. In der Regel folgt 3) die rationale Einsicht, auf die 4) die emotionale Akzeptanz folgt. Das ist Voraussetzung fĂŒr 5) Ausprobieren neuer Handlungsweisen, die zur 6) Neuorientierung fĂŒhren und spĂ€ter zu einer 7) Integration bzw. neuen NormalitĂ€t. Es ist eine modellhafte Darstellung und muss nicht immer der individuellen Wahrnehmung von Menschen entsprechen.

Wie kann uns die Change Kurve helfen?
Das Verstehen hilft uns besser einzuordnen, in welcher Phase der Verarbeitung einer VerĂ€nderung wir uns befinden bzw. das Umfeld. Dabei sollten keine Vergleiche oder Bewertungen gemacht werden, denn Menschen durchschreiten die Phasen unterschiedlich schnell oder ĂŒberspringen eventuell einzelne ganz.
Zudem unterstĂŒtzt das Modell, Emotionen konstruktiv zu nutzen. Sie geben Anhaltspunkte zu BedĂŒrfnissen und wollen uns in Bewegung versetzen, diese zu erfĂŒllen. Hierin liegt meines Erachtens der SchlĂŒssel des Modells, das selbst keine konkreten Anhaltspunkte zum Umgang mit den emotionalen ZustĂ€nden gibt.

Wie können wir uns in VerÀnderungssituationen stÀrken?
In der Phase des Schocks geht es um Stressreduzierung und das eigene SicherheitsgefĂŒhl zu stĂ€rken. Hier hilft der Austausch mit stĂŒtzenden Menschen. Es geht auch um StĂ€rkung des Ressourcenbewusstseins wie z. B. der Kompetenzen, Netzwerke und der Selbstwirksamkeit.
FĂŒr die Phase der rationalen und emotionalen Akzeptanz ist das Einholen von Informationen zur VerĂ€nderung hilfreich. Die Verabschiedung des Bisherigen ist bedeutend, indem es gewĂŒrdigt und losgelassen wird.
Beim Ausprobieren und in der Neuorientierung gilt es den Mut fĂŒr Neues zu stĂ€rken, sich kleine Schritte zu erlauben und Erfolge zu feiern. Das stĂ€rkt die Selbstsicherheit im Umgang mit den neu erworbenen Kompetenzen, bis diese in der Integrationsphase zur NormalitĂ€t werden. Und damit möchte ich Hoffnung, Zuversicht und Mut fĂŒr VerĂ€nderungen mitgeben.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Tipps!
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29.6.22 Drei Fragen an Referentin Silke Rommel, PR- und Marketing-Beraterin, zu ihrem Workshop „Voll vernetzt – soziale Netzwerke beruflich nutzen“.

Welchen Nutzen sehen Sie in den Sozialen Medien u. Netzwerkplattformen?
ie bieten viele Möglichkeiten, sich aktiv als SelbststĂ€ndige und Expertin zu prĂ€sentieren und mit potentiellen Zielgruppen in Dialog zu gehen. Man kann sein eigenes Netzwerk ausbauen und z.B. Kooperationspartnerinnen finden. Nicht nur regional, sondern ĂŒberregional und bei Bedarf auch international. Bei der Suche nach einer neuen Anstellung dienen diese Plattformen dazu, auf sich aufmerksam zu machen. ZusĂ€tzlich sind sie hilfreiche Informationsquelle, um z.B. gezielt nach einer Stelle zu suchen und sich vorab ĂŒber potenzielle „Wunscharbeitgeber“ zu informieren. Zahlreiche Unternehmen veröffentlichen interessante Neuigkeiten auf diesen Plattformen, die man sehr gewinnbringend im Bewerbungsprozess nutzen kann.
Wie sehen Sie die Entwicklung der Sozialen Medien u. Netzwerkplattformen?
Es herrscht viel Dynamik auf diesen KanĂ€len. So verĂ€ndert sich z.B. das Nutzungsverhalten auf den verschiedenen Sozialen Medien. so sind z.B. die Nutzer auf Facebook zwischenzeitlich deutlich Ă€lter und die jĂŒngeren auf andere KanĂ€le „abgewandert“. „Neue“ KanĂ€le kommen auf, wie z.B. Tik Tok und nicht alle KanĂ€le, setzen sich bei einer breiten Zielgruppe durch, wie z.B. Clubhouse. Bestehende KanĂ€le entwickeln ihre FunktionalitĂ€ten weiter und können fĂŒr die persönlichen Belange mehr Nutzen stiften. WĂ€hrend des Corona-Lockdowns haben die Netzwerkplattformen Xing und LinkedIn enorme ZuwĂ€chse verzeichnet. Persönliches reales Netzwerken war nicht möglich und viel hat sich virtuell auf diese Plattformen verlagert. Es ist wichtig, fĂŒr sich selbst immer wieder zu ĂŒberprĂŒfen, was man mit seinen AktivitĂ€ten auf den ausgewĂ€hlten Medien erreichen möchte und wie sich das Nutzungsverhalten dieser persönlichen Zielgruppen verĂ€ndert. Es ist viel Bewegung drin, auf die man sich immer wieder neu einstellen sollte.
Was raten Sie Frauen, die aktuell noch nicht auf den Sozialen Medien und Netzwerkplattformen aktiv sind?
FĂŒr mich steht die Frage nach den Zielen, die ich mit meiner PrĂ€senz erreichen möchte, an erster Stelle. Im nĂ€chsten Schritt kann man sich dann damit befassen, welche KanĂ€le sich hierfĂŒr eignen, z.B. weil meine Zielgruppe diese nutzt. Dann folgen fĂŒr mich Fragen wie:
‱ Was fĂŒr Inhalte könnte ich fĂŒr bestimmte KanĂ€le bereitstellen (Text, Fotos, Videos etc.).
‱ Welche KanĂ€le machen mir persönlich besonders viel Freude.
‱ Wie viel Zeit und Budget habe ich verfĂŒgbar.

GrundsĂ€tzlich ist es keine Schwierigkeit ein Profil auf einem Kanal anzulegen. Die Herausforderung besteht darin, ĂŒber einen langen Zeitraum kontinuierlich PrĂ€senz zu zeigen und interessante Angebote mit Mehrwert zu prĂ€sentieren. Das erfordert Ressourcen und darĂŒber sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Tipps!
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22.6.22 Drei Fragen an Referentin Manuela Rukavina, Soziologin, Coach und Speakerin, zu ihrem Online-Seminar „Raus aus dem inneren Hamsterrad – dem Mental Load wirksam begegnen“.

Was versteht man eigentlich unter Mental Load?
Mental Load ist quasi die unsichtbare To-do-Liste mit all ihren Verpflichtungen, die sich in unserem Kopf permanent bemerkbar macht.
Gibt es bei den Stressfaktoren Unterschiede zwischen Frauen und MĂ€nnern?
Ja. Bei MĂ€nnern stresst eher die berufliche Rolle, wĂ€hrend Frauen hĂ€ufig Stress wegen Erwartungshaltungen in sehr vielen Rollen empfinden. Im Übrigen sind die eigenen Erwartungen hĂ€ufig der grĂ¶ĂŸte Stressfaktor der Frauen.
Was raten Sie Frauen, die aktuell noch nicht auf den Sozialen Medien und Netzwerkplattformen aktiv sind?
Was immer und in jeder Situation geht ist tief atmen und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Nicht den Stress von morgen schon bunt ausmalen und den von gestern noch nacharbeiten – sondern sich darauf konzentrieren: Was brauche ich jetzt und was ist mir wichtig? Damit holt man mal Luft und priorisiert anders.
Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Tipps!

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8.6.22 Drei Fragen an Referentin Eva Gnida, European Business Coach, zu ihrer EinschĂ€tzungen zum Thema „Nutzung des verdeckten Stellenmarkts bei der Jobsuche“.

Wie sehen die Stellenbesetzungswege in Deutschland aus?
Geht es darum, einen neuen Job zu finden, ist es wichtig unterschiedliche Wege zu gehen. Sinn macht es, sich ĂŒber potenziellen Arbeitgeber zu informieren, die zum eigenen Profil passen. Und hier sind nicht nur jene in den Blick zu nehmen, die gerade Stellenanzeigen in den Jobbörsen schalten. Schließlich gibt es die freien Stellen nicht nur auf dem offenen Arbeitsmarkt, sondern ebenso im sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt. Die Unternehmen beauftragen externe Personalberatungen mit der Stellenbesetzung oder/und diese Stellen werden ĂŒber Netzwerke, Empfehlungen und persönliche Kontakte besetzt. Auf dem offenen Arbeitsmarkt werden nur ca. 35 % der vakanten Stellen ausgeschrieben, auf die sich wiederum ca. 95 % der Stellensuchenden bewerben. Folglich birgt der verdeckte Stellenmarkt mit seinen knapp 70 % der vakanten Stellen eine große Chance auf den passenden neuen Job.
Wann und wozu werden externe Personalberatungen beauftragt?
Unternehmen arbeiten i.d.R. mit externen Personalberatungen zusammen, die ihre Bedarfe und AnsprĂŒche kennen, mit einem entsprechenden Pool an Kandidat*innen ausgestattet sind und diese passgenau vorschlagen können. Sie werden beauftragt, wenn FachkrĂ€fte bzw. Spezialist*innen gesucht werden und die Stelle zĂŒgig besetzt werden muss. Oder auch, wenn eine Stelle aktuell noch besetzt ist und nicht öffentlich ausgeschrieben werden kann, sowie bei befristeten Stellen oder fĂŒr die Krankheitsvertretung.
Personalberatungen können fĂŒr Jobsuchende profitable Partner sein, die den Weg in ein bevorzugtes Unternehmen ebnen können und bei passenden Stellen Kontakt aufnehmen.
Wie nutze ich den verdeckten Arbeitsmarkt?
Neben der Möglichkeit, als Jobsuchende die Personalberatung zu nutzen, ist die Stellensuche durch Initiativbewerbung und aktiven Netzwerken ein weiterer wichtiger Weg zum neuen Job.
Denn ungefĂ€hr jede 10. Stelle wird ĂŒber Empfehlung oder Initiativbewerbung besetzt. Grundlage ist wie bei jeder Stellensuche die Kenntnis der eigenen Expertise und Erfahrungen, um zielgenau aktiv zu werden und sich u. a. bei Xing, LinkedIn zu prĂ€sentieren. Die Teilnahme an Messen, Fachveranstaltungen sowie Netzwerken im Bekanntenkreis oder mit ehemaligen Kolleg*innen sind Chancen, im verdeckten Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.
Vielen Dank fĂŒr die Anregungen und Tipps!

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23.5.22 Drei Fragen an Andrea Hörtig (TrĂ€gerbeauftragte fĂŒr die kath. KindertagesstĂ€tten in Stuttgart) und Corinna Elisson (PiA-Beauftragte) im Rahmen vom Unternehmenseinblick „Sozialwirtschaft – ein Berufsfeld mit Perspektive“.

Andrea Hörtig (TrĂ€gerbeauftragte fĂŒr die kath. KindertagesstĂ€tten in Stuttgart)

Das Katholische Stadtdekanat Stuttgart betreibt 60 KindertagesstÀtten und beschÀftigt rund 700 pÀdagogische Mitarbeitende.
Was macht den Beruf der pÀdagogischen Fachkraft (Erzieher/in) aus Ihrer Sicht interessant und attraktiv?
Eines ist sicher: Dieser Beruf hat Zukunft und bietet gute berufliche und persönliche Entwicklungschancen. Durch den Ausbau der Kita-PlĂ€tze im Ganztagesbereich sowie im Kleinkindbereich, also fĂŒr Kinder unter drei Jahren, ist der Bedarf an pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften nach wie vor hoch. Die pĂ€dagogische Arbeit eröffnet den Mitarbeitenden Gestaltungsmöglichkeiten in der Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit mit den Kindern. FachkrĂ€fte haben die Möglichkeit, in ihrer Arbeit Schwerpunkte in verschiedenen Bildungsbereichen wie z.B. Sprache, Kreatives Gestalten, Musik, Natur, Forschen, Mathematik usw. zu legen. Auch die Vielseitigkeit des Berufs ist ein Pluspunkt: Neben der Begleitung der Kinder in ihren Bildungsprozessen werden ElterngesprĂ€che gefĂŒhrt, Veranstaltungen organisiert und Portfolios gestaltet. FĂŒr Abwechslung ist also gesorgt. Die Perspektiven fĂŒr die Karriere sind gut: klassische Positionen auf dem Karriereweg sind Teamleitung, stellvertretende Leitung oder Einrichtungsleitung.
Ausbildungswege/Quereinstieg/Karriere – welche Möglichkeiten gibt es?
Viele Wege fĂŒhren in den Beruf der pĂ€dagogischen Fachkraft: Neben der klassischen Ausbildung am Berufskolleg mit Praktika gibt es seit einigen Jahren die sogenannte praxisintegrierte Ausbildung, auch bekannt unter dem Begriff PiA. Dazu kommen Ausbildungswege ĂŒber ein Studium, z.B. frĂŒhkindliche Bildung und Erziehung oder Soziale Arbeit in der ElementarpĂ€dagogik. Auch Frauen aus verwandten Berufen, wie z.B. LogopĂ€dinnen oder Physiotherapeutinnen können mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung als pĂ€dagogische Fachkraft in der Kita einsteigen. Gerade auch fĂŒr Frauen, die ĂŒber eine berufliche VerĂ€nderung nachdenken gibt es die Möglichkeit des Quereinstiegs ĂŒber die sogenannte SchulfremdenprĂŒfung sowie verschiedene Teilzeit-Ausbildungsmodelle.
Weshalb sollten sich auch MĂ€nner fĂŒr diesen Beruf entscheiden?
Der Anteil von MĂ€nnern, die den Beruf der pĂ€dagogischen Fachkraft ausĂŒben, nimmt zu – ist aber immer noch vergleichsweise niedrig. Klar ist: Die Kinder profitieren davon, wenn sie in der Kita neben den weiblichen auch mĂ€nnliche Rollenvorbilder erleben. Und auch fĂŒr die pĂ€dagogischen Teams ist die Mitarbeit von MĂ€nnern eine Bereicherung. Über Praktika oder ein FSJ haben junge Frauen und MĂ€nner die Möglichkeit, das Berufsfeld der pĂ€dagogischen Fachkraft kennenzulernen.
Vielen Dank fĂŒr diesen Einblick!

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11.5.22: Drei Fragen an Jessica Telschow, Abteilungsleiterin bei Bosch, zu ihrem Mittagsimpuls „Hinfallen – Aufstehen – Karriere machen!“

Warum ist es so wichtig, ĂŒber das Thema Krankheit zu sprechen?
Ich persönlich glaube eh, dass es nichts gibt, ĂŒber das man nicht sprechen kann. Interessanterweise stelle ich immer wieder fest, dass das Thema Krankheit im sprachlichen Kontext oft mit SchwĂ€che verbunden wird. FĂŒr mich ist Krankheit keine SchwĂ€che, sondern ein „Zustand“ im Leben, der es beeinflusst oder auch verĂ€ndert. Der Mensch neigt dazu, VerĂ€nderungen mit negativen Erlebnissen in Verbindung zu bringen. VerĂ€nderungen finde ich wichtig – somit ist und war die Brustkrebsdiagnose etwas, das mich verĂ€ndert hat. Ob diese VerĂ€nderung ohne die Diagnose stattgefunden hĂ€tte, kann ich nicht sagen. Ich habe sie einfach in mein Leben integriert.
Wer hat Ihnen geholfen und Sie den Weg „gehen lassen“?
TatsĂ€chlich habe ich mir im ersten Moment selbst geholfen. Selbst dahingehend, dass ich einen Plan fĂŒr mich gemacht habe. Im RĂŒckblick stellt man fest, dass die eine oder andere Entscheidung vielleicht heute anders ausfallen wĂŒrde.Spannend ist nicht, was im Jahr der Erkrankung passiert ist – sondern was sich
ca. zwei Jahre spĂ€ter alles verĂ€ndert hat. Ich habe mich vom damaligen Freund getrennt und 2019 meinen jetzigen Ehemann kennengelernt. Bei der „Suche“ nach einem neuen Partner sprach ich stets sehr offen ĂŒber meine Erkrankung – auch mit den sichtbaren körperlichen Folgen. Es gibt MĂ€nner, die können nicht damit umgehen. Das ist das Spiegelbild der Gesellschaft – warum können wir nicht mit Defiziten umgehen? Bei der Reflexion stellte ich fest, dass dies oft mit Angst zu tun hat. Somit sind wir bei der ersten Frage, warum ich darĂŒber spreche.
Was wĂŒnschen Sie sich fĂŒr Ihre Zukunft?
Dass ich meine Erfahrungen weitergeben kann. Insbesondere um im Arbeitskontext den FĂŒhrungskrĂ€ften die Angst vor diesem Thema zu nehmen.
Sei es fĂŒr sie privat oder fĂŒr ihre FĂŒhrungsrolle im Umgang mit den Mitarbeitenden. Die Zeiten sind momentan so verrĂŒckt, dass uns Mut und Offenheit helfen kann, diese auszuhalten.
Vielen Dank fĂŒr den inspirierenden Einblick!
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29.4.22: Drei Fragen an Referentin Manuela Reik zum Thema Emotionale Intelligenz
Was ist „Emotionale Intelligenz“ und was nĂŒtzt es mir, wenn ich emotional intelligent bin?
Unter emotionaler Intelligenz (EI oder auch EQ) wird die FĂ€higkeit verstanden, GefĂŒhle und menschliche Beziehungen richtig einschĂ€tzen und entsprechend handeln zu können. Unser Verhalten, unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen mit anderen sind alle beeinflusst von unserem Grad an EMOTIONALER INTELLIGENZ.
Negative Emotionen fĂŒhren zu negativen Stimmungen. Wenn ich in der Lage bin, dies zu erkennen und zu regulieren, werde ich auch meine Handlungen daran ausrichten (z.B. nicht Frust an Unbeteiligten auslassen).
Wie misst man denn Emotionale Intelligenz?
Nach den Psychologen Mayer und Salovey anhand der vier Kategorien:
‱ Wahrnehmung (ĂŒber Gestik, Mimik, Körperhaltung)
‱ Nutzung (Wissen ĂŒber meine/ deine Emotionen)
‱ Verstehen (Emotionen analysieren)
‱ Beeinflussen (GefĂŒhle vermeiden, Bewertungen korrigieren)
Wie kann ich meine Emotionale Intelligenz trainieren?
SchĂ€rfen Sie Ihren Blick und beobachten Sie das Verhalten anderer und versuchen Sie deren Emotionen (z.B. am Gesichtsausdruck) zu lesen. Oder notieren Sie fĂŒr sich selbst Situationen, in denen Sie negative Emotionen entwickeln, wie Wut, Frust, AggressivitĂ€t und wie Sie sich in weiterer Folge verhalten haben. Überlegen Sie sich, wie Sie sich stattdessen lieber verhalten hĂ€tten und Ă€ndern Sie es beim nĂ€chsten Mal.
Vielen Dank fĂŒr den Einblick!
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22.4.22: Drei Fragen an Beraterin und Mitarbeiterin Svetlana Franck zum Selbstmarketing im Lebenslauf

Was bedeutet „Selbstmarketing im Lebenslauf“?
Das bedeutet, Frau sollte nicht nur von ihrem beruflichen Leben berichten, sondern individuell auf die ausgeschriebene Stelle und den potenziellen Arbeitgeber eingehen. Sie sollte versuchen zu verstehen, wo beim potenziellen Arbeitgeber „der Schuh drĂŒckt“, welche Werte das Unternehmen transportiert und was sie persönlich an der Stelle reizt. Der Lebenslauf mit den aufgefĂŒhrten Kompetenzen und Erfahrungen muss aufzeigen, dass sie als Bewerberin eine Lösung „fĂŒr das Problem“ des Arbeitgebers bietet. Und nicht nur das. Frau sollte durch ihre Bewerbungsunterlagen vermitteln können, dass sie in die Kultur des Unternehmens reinpasst und einen Mehrwert darstellt.
Welches Marketinginstrument sollte ich im Lebenslauf verwenden?
Das wichtigste Marketinginstrument, das bei der Erstellung eines Lebenslaufs benutzt wird, ist die Zielgruppendefinition. Wenn Sie Ihre Zielgruppe nicht kennen, können Sie kein gutes Angebot machen und entsprechend nichts verkaufen. Also, Frau sollte die BedĂŒrfnisse und die Kultur des Unternehmens kennen, um das passende Angebot, sprich den passenden Lebenslauf, zu erstellen. Die wichtigste Quelle dafĂŒr ist die Stellenausschreibung selbst sowie die Website.Ganz konkret heißt es: Wenn nach Kommunikations-Skills gefragt wird, erzĂ€hlen Sie, mit WEM, WIE und mit WELCHEM ERGEBNIS Sie kommuniziert haben. Sagen Sie nicht einfach „Ich bin kommunikativ.“, sondern beweisen Sie es anhand von konkreten Handlungen und Ergebnissen.
Welche Vorteile habe ich dadurch?
Wenn Sie es schaffen, aus der oben beschriebenen Perspektive auf die Stellenausschreibungen zu sehen, werden Sie Ihre Kompetenzen und Erfahrungen im Lebenslauf viel prĂ€ziser und zieltreffender beschreiben können. Sie werden sich von anderen Kandidaten*innen deutlich abheben und im GedĂ€chtnis der Personaler*innen bleiben. Sie bekommen mehr Einladungen zu VorstellungsgesprĂ€chen und stĂ€rken automatisch auch Ihr Selbstbewusstsein. Vielen Dank fĂŒr die Anregungen!
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17.3.22: Drei Fragen an unsere Referentin Christine Harbig, Filmemacherin und Videocoach, zum Workshop „Storytelling als Marketingsinstrument“

Was bringt Storytelling fĂŒrs Business?
Neurologische Studien zeigen: Gute Storys bleiben viel besser im GedĂ€chtnis als eine einfache Information. Denn unser Hirn liebt Geschichten, bei denen wir etwas lernen können. Besonders, wenn sie mit Emotionen verknĂŒpft sind. Wenn wir unsere GrĂŒndungsgeschichte, Erfolgsstorys unserer Kunden oder aus unserem Business-Alltag erzĂ€hlen, bauen wir damit Vertrauen auf. Wir nehmen mit auf eine emotionale Reise, lassen mitfĂŒhlen und regen zum Nachdenken an. Storys helfen uns also, in der Informationsflut des Internets gehört zu werden und in Erinnerung zu bleiben. Außerdem werden gute Storys in Social Media besonders gerne geteilt, geliked und weitererzĂ€hlt. Business Storys helfen uns also auch, Reichweite zu gewinnen und bekannter zu werden.
Wo kann ich Storytelling einsetzen?
Storytelling ist ein universelles Marketing-Instrument und lĂ€sst sich auf alle möglichen Formate anwenden. Wer das Grundprinzip von Storytelling verstanden hat, kann es ĂŒberall einsetzen: Nicht nur in Social Media Storys, sondern genauso auf der eigenen Webseite, im Blog oder sogar in Videos. Das Schöne ist: Storytelling funktioniert ĂŒberall auf der Welt – selbst in anderen Kulturen. Am Ende des Tages ist Storytelling eine Technik des Content Marketing. Damit können wir Kunden ĂŒberzeugen, ein Team anfĂŒhren oder unsere persönliche Marke entwickeln und nach außen sichtbar werden lassen. Wir brauchen nur die ErzĂ€hlweise an verschiedene Formate anzupassen. Mit Business Storys lassen sich Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzĂ€hlen, um den Kundinnen Einblicke hinter die Kulissen zu geben. So wissen sie genau, mit wem sie es eigentlich zu tun haben und wir können genau die Kundinnen anziehen, die zu uns passen.
Was macht eine gute Story aus?
Spannende Geschichten sind nach einem bestimmten Grundmuster gestrickt. Das hat der Mythologie-Forscher Joseph Campbell herausgefunden und daraus seine Heldenreise entwickelt. Eine gute Story funktioniert nach dem Prinzip der Heldenreise: Es gibt eine Hauptperson, die ein Problem hat und sich auf den Weg macht, um es zu lösen. Auf ihrem Weg muss sie verschiedene Hindernisse ĂŒberwinden und am Ende steht ein Happy End. Die Kunst ist es, dieses Grundmuster auf den Business Kontext zu ĂŒbertragen. Die wichtigste Zutat, die in keiner guten Geschichte fehlen darf, ist ein Konflikt und damit die Spannung. Eine Business Story gibt ein anschauliches Beispiel, damit sich unsere Kundinnen besser vorstellen können, wie unsere Arbeit ablĂ€uft und wie wir ihnen helfen können. Vielen Dank fĂŒr die Anregungen!
_______________________________________________________8.3.22: Drei Fragen an unsere Referentin Claudia Manakas, staatlich anerkannte SozialpĂ€dagogin u. Bildungs- und Sozialmanagerin (BA), zum Mittagsimpuls „Mehr Balance, mehr Kraft, mehr Leichtigkeit“

Das Leben stellt uns immer wieder vor Probleme und dann geraten wir zwangslĂ€ufig in Dis-Balance – oder?
Dass wir immer wieder in Dis-Balance geraten, ist nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass wir meistens keine hilfreichen Strategien haben, wie wir wieder in Balance „zurĂŒckschwingen“ können und unseren Körpersignalen dabei viel zu wenig Beachtung schenken. Unser Körper kann jedoch unser VerbĂŒndeter sein und kann uns helfen, wieder standfester und ausgeglichener zu werden.
Inwiefern kann unser Körper uns dabei unterstĂŒtzen?
Unser Alltag ist meist randvoll mit Verpflichtungen und Aufgaben. Wir rasen von einer Sache zur nĂ€chsten. Wir nehmen uns immer weniger Zeit, innezuhalten und unsere GefĂŒhle, unsere Gedanken und unsere Körperempfindungen wahrzunehmen. Das geschieht meist erst dann, wenn wir unsere Grenze ĂŒberschritten haben und „Schmerz“ verspĂŒren.Lassen Sie uns mehrmals tĂ€glich einen kurzen Moment Pause einlegen und z.B. auf unsere Körperhaltung achten: Wir richten unser RĂŒckgrat wieder auf, entspannen und öffnen unsere Schultern, heben den Kopf, schließen fĂŒr 10 bewusste AtemzĂŒge die Augen und richten unsere gesammelte Aufmerksamkeit nach innen. Wenn wir dieses kurze Pausieren in unseren Alltag integrieren, kann das schon sehr viel Stress abbauen.
Was fĂŒr einen Tipp können Sie uns noch mitgeben?
Wenn Sie das GefĂŒhl haben, fĂŒr sich keine Zeit mehr zu haben, achten Sie darauf, was und wen Sie stattdessen priorisieren. Schreiben Sie sich detailliert auf, mit was Sie Ihre Zeit verbringen und treffen Sie eventuell neue Entscheidungen! Vielen Dank fĂŒr die Anregungen!
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2.3.22: Drei Fragen an unsere Referentin Dr. Verena Stephan, Diplom-Ökonomin und Finanzberaterin speziell fĂŒr Frauen zum Thema „Altersvorsorge und finanzielle Absicherung fĂŒr Frauen“
Warum ist es so wichtig, dass Frauen sich frĂŒhzeitig mit der Altersvorsorge beschĂ€ftigen?
Viele Frauen fĂŒhren mehr als 20 Jahre den Haushalt, kĂŒmmern sich um die Kinder und vergessen, mit den Partnern ĂŒber ihre eigene finanzielle Absicherung zu sprechen. Die meisten Frauen fangen daher erst ab Mitte 30 an, sich um ihre Altersvorsorge zu kĂŒmmern. Folglich werden viele Jahre verpasst, in denen ihr Erspartes wachsen könnte und sie mĂŒssen monatlich viel höhere BeitrĂ€ge aufbringen, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen.
Unsere Lebenserwartung ist so hoch wie nie: Wie kann finanzielle Freiheit auch in hohem Alter ermöglicht werden?
Steigende Lebenserwartung, historisch niedrige Zinsen sowie die Inflation sind die grundlegenden Einflussfaktoren fĂŒr die Gestaltung der Altersvorsorge. Wichtig ist, dass die Investitionen der eigenen Risikoneigung entsprechen und auf die eigenen Ziele abgestimmt sind. Die Altersvorsorge stellt heute eine Mixtur aus lebenslangen Rentenversicherungen und individueller Geldanlage – fĂŒr die FlexibilitĂ€t – dar. Dabei sollten sowohl Versicherungen, als auch freie Geldanlagen so flexibel wie möglich sein, um auf die VerĂ€nderungen des Lebens auch in der Einzahlphase gewappnet zu sein.
Viele Frauen mit Kindern arbeiten in Teilzeit. Wir wirkt sich dies auf die Rente aus und wie kann ein fairer Ausgleich unter Paaren fĂŒr die Sorgearbeit zustande kommen?
Bleibt eine Frau beispielsweise nur drei Jahre wegen der Kinder zu Hause und arbeitet dann zehn Jahre in Teilzeit, verliert sie spĂ€ter – ganz grob gerechnet – ca. 300 Euro pro Monat an gesetzlicher lebenslanger Rente. Damit RentenlĂŒcken gar nicht erst entstehen, sollten die AusfĂ€lle durch Kinderbetreuung und Teilzeit direkt ausgeglichen werden. Ein Teil des Familieneinkommens sollte in die private Altersvorsorge der Frau eingezahlt werden. Die BetrĂ€ge hĂ€ngen stark vom jeweiligen Einkommen ab. Ganz pauschal kann gesagt werden, dass 10 bis 15 Prozent des Nettoeinkommens in die private Vorsorge fließen sollten. Hinzu kommen die BetrĂ€ge, die bei der gesetzlichen Rente verloren werden. Dieser Betrag kann leicht selbst ausgerechnet werden oder auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung erfragt werden. Ggf. sollte mindestens dafĂŒr gesorgt werden, dass abwechselnd in die private Altersvorsorge eingezahlt wird. Also ein paar Jahre fĂŒr die Frau, ein paar Jahre fĂŒr den Mann. Der jeweils andere Vertrag ruht solange. Am Ende sollten beide ĂŒber eine ausreichende Rente verfĂŒgen. SpĂ€testens wenn ein Kind da ist und zusammen ĂŒberlegt wird, wie Arbeits- und Familienzeiten aufgeteilt werden, sollten auch die Finanzen geregelt werden.Herzlichen Dank fĂŒr die Anregungen!
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17.2.22: Drei Fragen an unsere Referentin Eva Gnida, European Business Coach, zum Thema „Erfolgreiche Stellensuche auf dem verdeckten Arbeitsmarkt“
Wie kommt es zum verdeckten Arbeitsmarkt?
Rund 70% der zu besetzenden Stellen werden nicht veröffentlicht. Zum Beispiel orientieren sich Unternehmen bei der Stellenbesetzung zunĂ€chst intern. Sie schreiben die Vakanzen intern aus, um sie mit eigenen Mitarbeitenden zu besetzten und um ihr Netzwerk zu nutzen. Ein weiterer Grund ist, dass externe Personalberatungen fĂŒr die Besetzung der Stellen hinzugezogen werden. Sie können potenzielle Kandidaten*innen teilweise innerhalb kurzer Zeit vorstellen. Das Unternehmen gewinnt damit wichtige Zeit im Kampf um FachkrĂ€fte und schmĂ€lert seine Kosten in der Stellenbesetzung.
Wie kann ich bei der Jobsuche den verdeckten Arbeitsmarkt fĂŒr mich nutzen?
UngefĂ€hr jede zehnte Stelle wird ĂŒber eine Initiativbewerbung oder Empfehlung besetzt. Hierbei gibt es wenig bis keine Konkurrenz, da die Stelle nicht ausgeschrieben ist. Hier kann ich ansetzen. Da ich nicht an eine Stellenausschreibung gebunden bin, kann ich mich in meiner Bewerbung auf meine Expertise und StĂ€rken in Bezug auf das Unternehmen konzentrieren. Ein weiteres wichtiges Element, um im verdeckten Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, ist das aktive Netzwerken ĂŒber die Sozialen Medien, im Bekanntenkreis und mit ehemaligen Kollegen*innen. Damit kann ich mir Optionen schaffen und mich als Stellensuchende sichtbar machen.
Was ist dabei zu beachten?
Bevor ich in den Bewerbungsprozess einsteige, ist es zunĂ€chst wichtig, das eigene berufliche Profil mit StĂ€rken, Kompetenzen und meiner Fachlichkeit heraus zu arbeiten und zu schĂ€rfen. ErgĂ€nzt und somit verstĂ€rkt wird es durch Beispiele von Herausforderungen und Erfolgen aus meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Weiter ist zu ĂŒberlegen, was ich erreichen will und wie meine nĂ€chsten Ziele aussehen. D.h. wo bzw. in welchem Unternehmen will ich meine Expertise einsetzen und was hat mein kĂŒnftiger Arbeitgeber davon, mich einzustellen.  Mit diesem Vorgehen als Bewerberin bin ich proaktiv, beweise Eigeninitiative, Motivation und Fokussierung. Ich kann mich mit meinem Profil klar prĂ€sentieren, sei es in einem GesprĂ€ch auf einer Messe, in der Initiativbewerbung, fĂŒr eine Personalberatung oder in den sozialen Netzwerken.Herzlichen Dank fĂŒr die Anregungen!
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11.2.22: Drei Fragen an unsere Referentin Dr. Stefanie Rukavina, Dipl.-Biologin, Coach und Yogalehrerin, ergĂ€nzend zu unserem Mittagsimpuls „Konflikte – agieren mit gutem GefĂŒhl“.
Warum lohnt es sich ĂŒber die eigenen Emotionen und BedĂŒrfnisse in einem Konflikt Bescheid zu wissen?
Je achtsamer ich fĂŒr meine Emotionen und dementsprechend auch meine BedĂŒrfnisse bin, umso besser kann ich mit gutem GefĂŒhl in Aktion treten. Denn, hinter jeder Emotion steht ein BedĂŒrfnis und in jedem Konflikt konkurrieren mind. zwei BedĂŒrfnisse miteinander. Je schneller ich das erkenne, umso klarer kann ich es nach außen kommunizieren, was ich z.B. brauche und welche Strategie ich dafĂŒr anwenden möchte. Weiterhin kann ich ein grĂ¶ĂŸeres VerstĂ€ndnis fĂŒr mein GegenĂŒber aufbauen, denn diese Klarheit ĂŒber die eigenen BedĂŒrfnisse ermöglicht mir einen klareren Blick auf die BedĂŒrfnisse meiner Mitmenschen. Zuletzt werden Sie dadurch auch eine Selbstwirksamkeit erleben, die Ihnen ermöglicht, sich selbst als handelnde Person wahrzunehmen und nicht jedem Konflikt hilflos gegenĂŒberzustehen.
Welche drei Tipps haben Sie, um Konflikte mit gutem GefĂŒhl anzugehen?

  1. Erkennen, was Ihnen wichtig ist und welches BedĂŒrfnis hier erfĂŒllt werden möchte.
  2. Kommunizieren Sie diese, sowohl fĂŒr Sie selbst wie auch fĂŒr Ihr GegenĂŒber und schaffen Sie hier Klarheit – das GefĂŒhl wird Sie leiten.
  3. Finden Sie sowohl fĂŒr sich selbst, wie auch fĂŒr Ihr GegenĂŒber diese Strategie und wenden Sie diese an. Trauen Sie sich um Hilfe zu bitten.

Was mache ich am besten, wenn ich eine konfliktbehaftete „Dauerbaustelle“ bearbeiten möchte?
Eine „Dauerbaustelle“ ist nichts, was man einfach so als „Phase“ ĂŒberwindet. Man muss grundsĂ€tzlich selbst aktiv werden.

Gehen Sie diesen Fragen nach:
– Was genau fĂŒhlt sich fĂŒr mich regelmĂ€ĂŸig schwierig und  konfliktbehaftet an?
– Warum fĂŒhlt es sich schwierig an? Welches BedĂŒrfnis meldet sich hier?
– Warum mache ich das? Welche GrĂŒnde habe ich, dass ich an der Situation der „Dauerbaustelle“ bisher nichts geĂ€ndert habe?

Öffnen Sie sich fĂŒr Szenarien, wie man die Situation mit unterschiedlichen Handlungsstrategien verbessern könnte: Wechseln Sie zum Beispiel den Kommunikationskanal von E-Mail auf Telefon oder suchen Sie sich Hilfe von außen (privat oder professionell). Gehen Sie einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung. ÜberprĂŒfen Sie mit jedem dieser Schritte, dass VerĂ€nderung auch möglich ist. Erkennen Sie sich mit Ihren eigenen Grenzen an. Sie dĂŒrfen Strukturen verĂ€ndern und sie fĂŒr Ihr Wohl nutzen.

Herzlichen Dank fĂŒr die Anregungen!

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17.1.22: Drei Fragen an unsere Referentin Manuela Rukavina, Soziologin, Coach und Speakerin, zu ihrem  Online-Seminar „Raus aus dem inneren Hamsterrad – dem Mental Load wirksam begegnen“.
Was versteht man eigentlich unter Mental Load?
Mental Load ist quasi die unsichtbare To-do-Liste mit all ihren Verpflichtungen, die sich in unserem Kopf permanent bemerkbar macht.
Gibt es bei den Stressfaktoren Unterschiede zwischen Frauen und MĂ€nnern?
Ja. Bei MĂ€nnern stresst eher die berufliche Rolle, wĂ€hrend Frauen hĂ€ufig Stress wegen Erwartungshaltungen in sehr vielen Rollen empfinden. Im Übrigen sind die eigenen Erwartungen hĂ€ufig der grĂ¶ĂŸte Stressfaktor der Frauen.
Was ist deine Lieblingsmethode, um das Hamsterrad anzuhalten?
Was immer und in jeder Situation geht ist tief atmen und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Nicht den Stress von morgen schon bunt ausmalen und den von gestern noch nacharbeiten – sondern sich darauf konzentrieren: Was brauche ich jetzt und was ist mir wichtig? Damit holt man mal Luft und priorisiert anders.Herzlichen Dank fĂŒr die Anregungen!
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14.12.21: Geschenkesegen vor Weihnachten: BĂŒrgerstiftung Stuttgart spendete 15 Notebooks fĂŒr unser Programm FORUM FRAUEN

Svetlana Franck, Mitarbeiterin im FORUM FRAUEN, bei der Übergabe des Notebooks an Programmteilnehmerin Jasmin S.

Die BĂŒrgerstiftung Stuttgart hat fĂŒr unser Programm FORUM FRAUEN aus ihrem Gute(r) Dinge Fonds 15 Notebooks gespendet. Jetzt wurde das erste ĂŒbergeben an Jasmin S.. Sie hat das Programm erfolgreich abgeschlossen und startet nun durch mit einer Ausbildung. Aber jetzt von vorne: Nach dem Hauptschulabschluss ging Jasmin S. in die Gastronomie – zunĂ€chst als Servicekraft, danach machte sie sich selbststĂ€ndig. Sie war sehr erfolgreich mit ihrem CafĂ©, schaffte es sogar ins Stadtmagazin Prinz. Dann bekam sie ein Kind und alles wurde anders: Sie musste ihr CafĂ© aufgeben, die Arbeitszeiten ließen sich nicht mit den Familienaufgaben als Alleinerziehende vereinbaren. Als ihr Berater beim Jobcenter ihr eine Teilnahme am „FORUM FRAUEN“ anbot, fasste sie neuen Mut. Nach ein paar Wochen im Programm war klar: FĂŒr ein existenzsicherndes Einkommen braucht Frau S. eine Ausbildung. Gut vorbereitet durchlief sie ein 3-tĂ€giges Assessment Center und erhielt kurze Zeit spĂ€ter einen Bildungsgutschein fĂŒr die Ausbildung zur Kauffrau fĂŒr BĂŒromanagement. Dank der Notebook-Spende der BĂŒrgerstiftung hat sie nun auch das technische Equipment, das fĂŒr die Ausbildung und die geforderte digitale Kompetenz unverzichtbar ist. Die Entwicklungen der letzten Monate haben ihr Leben verĂ€ndert: „Danke fĂŒr diese Chance! Jetzt glaube ich wieder an mich.“
Infos zum Programm Forum Frauen: https://www.beff-frauundberuf.de/beruflicher-wiedereinstieg/
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8.12.21: Drei Fragen an unsere Referentin und Mitarbeiterin Svetlana Franck zu ihrem gut besuchten Online-Seminar „Bewerbung – Wie Sie sich auf ein Online – VorstellungsgesprĂ€ch am besten vorbereiten“.
Was sind denn die Vorteile eines Online- VorstellungsgesprÀchs?
In der Zeit der Coronapandemie ist es mit Sicherheit eine „saubere Sache“. Außerdem sparen Sie Geld und Zeit fĂŒr die Anreise und es wird noch einfacher, sich zu Übungszwecken und Arbeitsmarkterforschung ĂŒberregional zu bewerben. Das GesprĂ€ch findet in der gewohnten Umgebung statt und kann dadurch Ihre NervositĂ€t lindern. Und wenn Sie bereits ein Profi in Sachen Videokonferenz sind, können Sie Ihre Medienkompetenz demonstrieren.
Im Online-VorstellungsgesprĂ€ch agieren wir mit unseren GesprĂ€chspartner*innen „Vom Tisch aufwĂ€rts“. Was sollte ich als Bewerberin dabei beachten?
Neben der inhaltlichen Vorbereitung ist es sehr zu empfehlen, den technischen Aspekt zu berĂŒcksichtigen. Dazu gehört ein Testlauf der Software, die fĂŒr das VorstellungsgesprĂ€ch eingesetzt wird. WĂ€hrend Sie Ihre SelbstprĂ€sentation ĂŒben, nehmen Sie sich auf und analysieren, wie Sie auf dem Videobild rĂŒberkommen und ggf. optimieren Sie Ihre Mimik oder Gestik. Dabei ist es wichtig, direkt in die Kamera zu sehen – es kann gewöhnungsbedĂŒrftig sein. Achten Sie darauf, dass Sie neutrale Farben wie Beige, Dunkelblau, Creme, GraugrĂŒn tragen und nicht auffĂ€llige Muster wie Vichy-Karos, Nadelstreifen, Hahnentritt, etc., weil diese extrem unruhig wirken. Das Videobild wird dadurch automatisch unsauberer und flimmert.
Worauf sollte ich bei der inhaltlichen Vorbereitung besonders achten?
Lernen Sie möglichst alles ĂŒber das Unternehmen, seine Projekte und Mitarbeiter. Finden Sie Werte und wichtige Themen des Unternehmens mit denen Sie sich identifizieren und berĂŒcksichtigen Sie diese in Ihrer Vorstellung. Bei der SelbstprĂ€sentation geben Sie nicht Ihren Lebenslauf wieder, sondern erzĂ€hlen Sie Geschichten aus Ihrer beruflichen Entwicklung. Diese sollten auf jeden Fall fĂŒr die Stelle relevant sein. Überlegen Sie im Vorfeld die Antworten auf solche kniffligen Fragen wie „Warum haben Sie Ihren Arbeitgeber öfter/selten gewechselt?“ oder „Was ist Ihr grĂ¶ĂŸter Erfolg/Misserfolg (beruflich/privat)?“ Ihr eigenes Interesse an dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Position können Sie zeigen, indem Sie selbst Fragen stellen. Es ist wichtig, durchdachte Fragen zu stellen. Das heißt, wenn Sie die Antwort auf Ihre Fragen im Internet schnell finden können, sollten Sie diese nicht stellen.Herzlichen Dank fĂŒr die Anregungen!
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2.12.21: Drei Fragen an Business- und Natur-Coach Andrea Bruhn, Referentin unseres Mittagsimpulses „Die Macht der Sprache – Die Bedeutung wertschĂ€tzender Kommunikation
“Was bedeutet Kommunikation fĂŒr Sie?
Kommunikation ist der Austausch und die Übertragung von Informationen verbal durch Sprechen und Schreiben sowie non-verbal durch Mimik, Gestik und Körperhaltung. Wir senden also auf ganz vielen Ebenen Signale. Und egal, was man tut, man kann – wie der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick festgestellt hat – nicht nicht kommunizieren.
Interessant finde ich auch den Vergleich von Kommunikation mit Nahrung. Diese „Nahrung“ kann – je nach deren Inhalt und Energie – gesund oder schĂ€dlich fĂŒr uns sein.
Warum ist wertschÀtzende Kommunikation wichtig?
Der Vergleich von Kommunikation mit Nahrung zeigt, welche Bedeutung Kommunikation fĂŒr unsere Gesundheit hat. Dies ist besonders wichtig, wenn wir bedenken, dass wir aufgrund unseres alten Überlebensinstinkts drei bis vier Mal stĂ€rker auf Negatives wie auf Positives reagieren – sei es Feedback, Erlebnisse oder SelbstgesprĂ€che. Entsprechend brauchen wir ein Vielfaches an positiven Erfahrungen, um eine negative Erfahrung „auszugleichen“. Im Sinne eines gesunden Umgangs miteinander und einer guten SelbstfĂŒhrung sollten wir daher uns selbst und andere in der Kommunikation „Wert schĂ€tzen“.
Wie kommen wir hin zu wertschÀtzender Kommunikation?
Drei Schritte helfen uns hierbei:
1. Ich schenke mir selbst in einer herausfordernden Situation Empathie und werde mir meiner GefĂŒhle und der dahinterliegenden BedĂŒrfnisse bewusst. Damit ist die Voraussetzung fĂŒr den zweiten Schritt geschaffen.
2. Ich drĂŒcke meine GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse aus und fĂŒhre ein lösungsorientiertes und achtsames GesprĂ€ch.
3. Ich begegne meinem GegenĂŒber mit Empathie. Das gelingt am besten, wenn ich die Gedanken, Emotionen und Motive einer Person erkenne, ohne diese zu bewerten.
So bietet wertschĂ€tzende Kommunikation die Möglichkeit, GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse so mitzuteilen, dass andere diese verstehen und nachvollziehen können.Vielen Dank!
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24.11.21: Drei Fragen im Nachgang zu unserem Onlineseminar „Voll vernetzt – Soziale Medien beruflich nutzen“ an unsere langjĂ€hrige Referentin Silke Rommel.
Foto: Thomas Rathay
Welche Vorteile bringt die Nutzung sozialer Medien im beruflichen Kontext?
Es ist toll, um sein Netzwerk zu erweitern, gezielt ausgewĂ€hlte Zielgruppen zu erreichen, in den Austausch zu gehen und auch seinen eigenen Expert:innenstatus zu bestimmten Themen auf- und auszubauen. NatĂŒrlich gibt es in den sozialen Medien auch keine regionalen Grenzen. Somit kann ich leichter mit Menschen außerhalb meines klassischen Radius in Kontakt kommen.
Wie kann ich meine Sichtbarkeit auf diesen Medien verbessern?
Im ersten Schritt sollte ich mir ĂŒberlegen, auf welchen KanĂ€len ich diejenigen bei denen ich sichtbar werden möchte, antreffe. Wichtig ist auch zu ĂŒberlegen, wie kann ich diesen Personen Mehrwert schaffen, damit sie ĂŒberhaupt interessiert sind, sich mit mir zu vernetzen bzw. meinen Profilen zu folgen. Wenn man seine Sichtbarkeit steigern möchte, sollte man sich „kontinuierlich engagieren“. Das ist keine Einmalaktion und man muss sich regelmĂ€ĂŸig Zeitfenster dafĂŒr einplanen.

Wie kann ich die Sozialen Medien und Netzwerkplattformen bei meinen BewerbungsaktivitÀten nutzen?
Diese KanĂ€le eignen sich hervorragend, um sich ĂŒber ausgewĂ€hlte Unternehmen, bei denen ich mich ggf. bewerben möchte, zu informieren. Denn viele Firmen prĂ€sentieren sich dort. DarĂŒber hinaus kann ich mich als Person oder Unternehmerin mit meinem Profil prĂ€sentieren und auch als Expertin zu bestimmten Themen oder auch fĂŒr ausgewĂ€hlte Branchen positionieren. ErgĂ€nzend zur eingereichten Bewerbung, schauen sich viele Enscheider:innen die AktivitĂ€ten der Bewerber:innen auf den Sozialen KanĂ€len an. Zahlreiche Plattformen bieten z.B. auch Interessensgruppen zu ganz unterschiedlichen Themen oder auch Stellenbörsen an. Wenn ich mich beruflich verĂ€ndern möchte, macht es durchaus Sinn, sich dort zu tummeln bzw. wahrgenommen zu werden.Herzlichen Dank fĂŒr Ihre Tipps und Anregungen! 
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19.11.21: Drei Fragen im Nachgang zu unserem Onlineseminar „Warum Frauen darĂŒber reden und MĂ€nner es einfach machen!“, das eine Vielzahl von Frauen angesprochen hat, an unsere Referentin Manuela Reik.
Bild: Fotostudio SĂ€nger

Was qualifiziert Ihrer Meinung nach Frauen fĂŒr Management Aufgaben?
Dieselben Dinge, die auch einen Mann fĂŒr eine Position qualifizieren wĂŒrden: eine entsprechende fachliche Ausbildung, soziale Kompetenzen und ich finde extrem wichtig, dass man Menschen mag, wenn man sie fĂŒhren will.

Wie kommt es, dass immer noch weit weniger Frauen in Management – Positionen zu finden sind als MĂ€nner?
Leider trauen sich Frauen -bei gleicher Qualifikation- eine Managementposition immer noch weniger zu. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein kann also nicht schaden. Ein zweiter Punkt ist nach wie vor, dass Managementpositionen oft in Vollzeit vergeben werden und Frauen sich das in der Zeit der Kindererziehung nicht vorstellen können bzw. es auch nicht leicht organisiert bekommen. In unserem Land ist das nach wie vor ein Spagat. Es sind nicht nur lange Arbeitszeiten sondern oft auch mal Dienstreisen.

Was muss geschehen, dass sich das Àndert?
Am Selbstvertrauen dĂŒrfen die Frauen einiges zulegen, nur Mut! Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollten der Lebenspartner mit an einem Strang ziehen und die Arbeitgeber dĂŒrfen lernen, dass man eine Managementposition auch teilen kann oder dass man z.B. Meetings nur familienfreundlich zwischen 9 und 16 Uhr ansetzt.Herzlichen Dank fĂŒr Ihre EinschĂ€tzung und Zeit!

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27.10.21: Drei Fragen an Anita Spengler, Personalmarketing/Recruiting AOK Baden-WĂŒrttemberg Hauptverwaltung. Sie war ebenfalls Referentin bei unserer Veranstaltung „Unternehmenseinblicke: Gesundheit braucht Expert*innen“.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?
Als Personalreferentin bin ich erste Ansprechpartnerin der FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter*innen der AOK-Hauptverwaltung zu allen Personalthemen. Entsprechend vielfĂ€ltig sind die Anfragen und Aufgaben, sodass kein Tag dem anderen gleicht und nie Langeweile aufkommt. Besonders wichtig ist dabei fĂŒr mich, im gemeinsamen Austausch mit den Beteiligten passende Lösungen und Maßnahmen zu finden und umzusetzen.

Wie lassen sich Beruf und Familie bei der AOK vereinbaren?
Beruf und Familie zu vereinbaren, das ist der Wunsch vieler Mitarbeiter*innen und gleichzeitig eine tĂ€gliche Herausforderung. Wir unterstĂŒtzen sie dabei durch eine familienbewusste Personalpolitik. Wir ermöglichen vielfĂ€ltige Arbeitszeit- und BeschĂ€ftigungsmodelle, Möglichkeiten von mobilen Arbeitsformen, bieten dabei TeilzeitbeschĂ€ftigung auch fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte und unterstĂŒtzen unsere BeschĂ€ftigten beim beruflichen Wiedereinstieg durch maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote.

Welche Botschaft möchten Sie an Interessierte ĂŒber das Berufsfeld Sozialwirtschaften weitergeben?
Die AOK vereint zahlreiche Spezialisten. Dabei vertrauen wir auf die Expertise unserer Mitarbeiter*innen: Bei der AOK entfalten Sie Ihre StĂ€rken und unterstĂŒtzen die Gesundheitskasse mit Ihrem Engagement.

Herzlichen Dank fĂŒr Ihre Zeit!

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22.10.21: Drei Fragen an Andreas Heim, Pflegedienstleiter im Haus am Aspacher Tor, Evangelische Heimstiftung WĂŒrttemberg GmbH und Referent bei unserer Veranstaltung „Unternehmenseinblicke: Gesundheit braucht Expert*innen“.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?
Die VielfĂ€ltigkeit der Aufgaben, dass kein Tag dem anderen gleicht sowie die positiven RĂŒckmeldungen, welche von den pflegebedĂŒrftigen Menschen selbst an einen zurĂŒckgegeben werden. Was die Gewissheit bestĂ€rkt, einen wertvollen Beitrag fĂŒr die Gesellschaft zu leisten.

Wie lassen sich Beruf und Familie in Ihrer Pflegeeinrichtung vereinbaren?
Viele Kollegen und Kolleginnen nutzen die Möglichkeit der Teilzeitarbeit mit einem Stellenumfang, der zu ihrem individuellen Bedarf passt. Auch bei der Dienstplangestaltung werden die WĂŒnsche der Mitarbeitenden berĂŒcksichtigt, so dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. ZusĂ€tzlich bietet die Ev. Heimstiftung ein Zeitwertsparbuch. Damit kann man Mehrarbeitszeiten ansparen und diese dann zum Beispiel fĂŒr eine bezahlte Auszeit einsetzen.

Welche Botschaft möchten Sie an Interessierte ĂŒber das Berufsfeld Pflege weitergeben?
Meiner Ansicht nach gibt es kein anderes Berufsfeld, das all diese Vorteile vereint:

  • Zukunftssicherer Arbeitsplatz
  • Umfangreiche Fort- und Weiterbildungsangebote
  • VielfĂ€ltige Karrieremöglichkeiten
  • Eine gute tarifliche Entlohnung
  • Viele Standorte mit Arbeitsplatzangeboten
  • Eine wichtige und sinnvolle Aufgabe zu haben
  • Eine positive Arbeitsumgebung mit vielen Teamkolleginnen und -kollegen

Daher empfehle ich jeder Interessentin und jedem Interessenten, sich dieser Lebenserfahrung im Pflegeberuf zu öffnen.

Herzlichen Dank!

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30.9.21: Drei Fragen an Svetlana Franck, Mitarbeiterin und Coach im FORUM FRAUEN bei BeFF und Referentin unseres Mittagsimpulses mit dem Fokus Bewerbungsanschreiben.  

Ist das Anschreiben bei einer Bewerbung wichtig? Wenn ja, warum?

Das Anschreiben bei einer Bewerbung ist grundsĂ€tzlich wichtig, weil es als erstes gesehen und gelesen wird. Wenn wir das Anschreiben individuell und an die Position angepasst erstellen, steigern wir die Chance im weiteren Auswahlverfahren berĂŒcksichtigt zu werden. Achtung! Manchmal steht in Stellenausschreibungen, dass man kein Anschreiben braucht. In dem Fall brauchen wir es auch nicht zu schreiben.

Welche Tipps gibst du?
Ein Anschreiben ist nur ein Teil der Bewerbung. Es dient dazu, die Aufmerksamkeit der Recruiter*innen zu fesseln und die persönliche Motivation zum Ausdruck zu bringen. Das Anschreiben sagt aber noch nicht so viel ĂŒber die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen aus. Diese Information kommt im Lebenslauf. Deswegen muss der Lebenslauf genauso gut und professionell erstellt werden. Bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen können Frauen aus Stuttgart und der Region sich auch von BeFF in der Kontaktstelle unterstĂŒtzen lassen.

Was sollte frau beim Anschreiben vermeiden?
Im Anschreiben sollte frau nicht ihren Lebenslauf in Prosa wiedergeben und auch keine Standardfloskeln in der Einleitung benutzen wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige vom 14. Mai in der Neuen Tageszeitung gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als Empfangsleitung in Ihrem Hotel“. Eine fehlende Struktur im Anschreiben erschwert das schnelle Erfassen der Information. Auch sollte frau keinen Konjunktiv verwenden (z. B. „Ich wĂŒrde mich freuen, wenn 
“), weder am Ende noch in anderen Teilen des Anschreibens.

Herzlichen Dank!

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21.9.21: Drei Fragen an Elternberaterin Claudia Manakas, Referentin unserer Veranstaltung „Let®s talk about family & business“.

Was sind denn heute aus Ihrer Sicht die besonderen Herausforderungen, wenn Beruf und Familie vereinbart werden mĂŒssen?
Das Mutter-bzw. Familienbild in Deutschland ist meiner Meinung nach gesamtgesellschaftlich noch immer stark von einer idealisierten Mutterrolle geprĂ€gt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gerade fĂŒr uns Frauen noch immer extrem schwer zu stemmen. Es mangelt weiterhin an BetreuungsplĂ€tzen, Frauen ĂŒbernehmen noch immer den weitaus grĂ¶ĂŸten Anteil der Arbeit im Haushalt und der Familie. Sie verzichten auf ihre Karriere, arbeiten eher Teilzeit, nehmen mehr Elternzeit, verdienen weniger als MĂ€nner bei gleicher Ausbildung und sind daher in weitaus grĂ¶ĂŸerem Ausmaß von Stress und Burn-out betroffen als auch von Altersarmut. Der grĂ¶ĂŸte Anteil der Alleinerziehenden sind ebenfalls noch immer MĂŒtter, die in dieser Situation wiederum ein Vielfaches dieser Problematik zu tragen haben.

Welche BefĂŒrchtungen und Ängste spielen eine Rolle und wie kann diesen begegnet werden?
Es gibt keine Lobby fĂŒr Familien und gleichzeitig steigt sowohl der gesellschaftliche Druck auf Familien als auch der eigene Anspruch von Frauen/MĂŒttern allen „ihren“ Aufgaben nicht nur gerecht zu werden – sondern in allem perfekt sein zu mĂŒssen. Ich erlebe immer mehr MĂŒtter, die Angst davor haben in der Erziehung etwas falsch zu machen und ihrem Kind damit zu schaden; Ängste um ihre Existenz, um ihre Karriere usw., die unter UmstĂ€nden auch alle sehr berechtigt sind, da sie die Hauptlast tragen.
Allen Ängsten kann damit begegnet werden, wenn wir sie ins „richtige Licht“ rĂŒcken. Gleichzeitig halte ich es fĂŒr sehr sinnvoll, sich ein Netzwerk aufzubauen, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen und auf UnterstĂŒtzungssysteme aktiv zurĂŒckzugreifen. Es gibt Coaching speziell fĂŒr MĂŒtter (Anmerkung BeFF: beispielsweise bei der Kontaktstelle Frau und Beruf in Stuttgart), um sie genau bei diesen Themen zu unterstĂŒtzen und ihren Alltag etwas leichter zu gestalten.

Wieso hilft miteinander reden?
Sobald wir miteinander ĂŒber ein belastendes Thema sprechen, sind wir schon bereit, etwas davon abzugeben, bzw. loszulassen. Wir können fragen, wie andere Frauen in derselben Situation handeln, welche Ideen sie dazu haben und erhalten so neue Perspektiven und eventuell neues Wissen und auf diese Weise neue Handlungsperspektiven. Sich miteinander auszutauschen, kann Erleichterung bringen, da die Frauen dadurch die Möglichkeit bekommen zu erkennen, dass andere Familien die gleichen Probleme haben und sich die Dinge etwas relativieren. Gemeinsam Lachen und neue Ideen entwickeln sowie ein Netzwerk aufbauen, können davon z.B. ein Ergebnis sein.

Herzlichen Dank!

1.8.2021: Drei Fragen an unsere Referentin Saskia Torkaz

Ende Juli fand der Workshop Auf die Stimme kommt es an! Wie kann ich sie nutzen“ statt. Wir haben unserer Referentin Saskia Torkaz, LogopĂ€din, anschließend drei Fragen gestellt.

1. Frau Torkaz, warum ist die Stimme ein so wichtiges Instrument und ein zentraler Teil unserer Persönlichkeit?

Die Stimme ist sehr individuell und charakteristisch fĂŒr jede Person. Durch Sie wird die Persönlichkeit nach außen getragen. Über die Sprechinhalte hinaus werden durch die Stimme nonverbale Botschaften gesendet, z.B. Emotionen wie Freude oder Ärger.

2. Was zeichnet denn die Stimme von Frauen aus?

Die Stimmen von Frauen sind im Allgemeinen um ca. eine Oktave höher als die von MĂ€nnern. Über diese anatomische Grundvoraussetzung hinaus ist aber auch hĂ€ufig die Sprechweise melodiöser mit weniger Bruststimme und mehr Kopfstimme. Dies ist eher eine gesellschaftliche Konvention und in Berufen die nach unseren Konventionen eher mĂ€nnlich geprĂ€gt sind oder in Situationen, passen Frauen ihre Stimme hĂ€ufig der mĂ€nnlichen Konvention mit Bruststimme und weniger Stimmmelodie an.

3. Worauf sollten wir achten, wenn wir unsere Stimme im Beruf und in unserem Alltag wirkungsvoll einsetzen wollen?

Die Stimme sollte authentisch sein und zu unseren persönlichen Voraussetzungen passen, so dass ein anstrengungsfreies Sprechen möglich ist. Mein Ziel, das ich erreichen möchte, muss mir klar sein, so dass ich es auch mit Hilfe meiner Stimme nach außen transportieren kann.________________________________________________________________

8.7.2021: Drei Fragen an unsere Referentin Silke Rommel

Ende Juni fand der Online-Workshop „Voll vernetzt – Soziale Netzwerke beruflich nutzen“ statt. Wir haben unserer Referentin Silke Rommel, PR-Beraterin und Netzwerkerin, anschließend drei Fragen gestellt.

1. Frau Rommel, welche Vorteile bringt die Nutzung sozialer Medien im beruflichen Kontext?

Durch die sozialen Medien spielen rĂ€umliche Grenzen so gut wie keine Rolle. Somit können wir unsere AktivitĂ€ten viel grĂ¶ĂŸer und weiter spinnen. Man kann gezielt in Kontakt kommen mit Personen, mit denen man sonst nicht in Verbindung treten könnte. Außerdem bin ich ĂŒber den „Multiplikatoreneffekt“ immer wieder verblĂŒfft. Es gibt im Netzwerk immer jemanden, der eine Idee oder einen Impuls hat, wenn man alleine nicht mehr weiterkommt. Das ist ein tolles Geben und Nehmen! Außerdem kann man ĂŒber die sozialen Medien recht locker in Kontakt kommen, die klassische Small Talk-HĂŒrde fĂ€llt weg!

2. Wie kann ich meine Sichtbarkeit verbessern?

Zuerst sollte ich mir ĂŒberlegen, warum und mit welchem Zweck möchte ich meine Sichtbarkeit erhöhen? Dann ist es wichtig zu ĂŒberlegen, auf welchen konkreten sozialen Medien „treffe“ ich die Personen bzw. Unternehmen bei denen ich die Sichtbarkeit steigern möchte. Sichtbarkeit erhöhen, kann man sehr gut, in dem man anderen einen Mehrwert bietet, d.h. wenn ich gute Tipps und Ideen, z.B. als Expertin fĂŒr ein bestimmtes Thema weitergebe und Wissen teile, erhöht das die Wahrnehmung.

Wenn ich im Bewerbungsprozess stecke und meine Sichtbarkeit steigern möchte, ist es wichtig relevante SchlĂŒsselbegriffe in den eigenen Texten und Beschreibungen (z.B. im Werdegang) zu verwenden. Denn dadurch wird man bei konkreten Recherchen besser „gefunden“ und das ist ja das Ziel! Auch das aktive Tummeln in verschiedenen Gruppen in den einzelnen KanĂ€len kann hilfreich sein.

3. Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Nutzung sozialer Medien?

Durch Corona waren viele persönliche Begegnungen nicht oder nur eingeschrĂ€nkt möglich. Veranstaltungen sind jedoch eine hilfreiche Drehscheibe, um sein Netzwerk zu vergrĂ¶ĂŸern. Begegnungen wurden stark in den virtuellen Raum verlagert und da spielen natĂŒrlich auch die sozialen Medien eine wichtige Rolle. Bei virtuellen Treffen kann man keine Visitenkarten austauschen, aber man kann sich z.B. unmittelbar ĂŒber soziale KanĂ€le vernetzen. Das ist sehr hilfreich. Die zentralen Online-Netzwerkplattformen haben in den vergangenen Monaten auch ein deutliches Wachstum erfahren, das spricht dafĂŒr, dass viele ihre AktivitĂ€ten ins Web verlagert haben. Ich freue mich darauf, dass nun wieder erste kleinere PrĂ€senzveranstaltungen und direkte Begegnungen möglich sind.

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24.06.2021: Drei Fragen an unsere Referentin Evelyn Siller

Unser Online-Workshop Stilgerecht und wirkungsvoll im Business war ein toller Erfolg. Wir haben unserer Referentin Evelyn Siller, Personal Branding Expertin, Business Coach, Marken & Stilberatung, anschließend drei Fragen gestellt.

1. Frau Siller, wie wichtig ist der erste Eindruck und wie können wir bei unserem GegenĂŒber punkten?

Der erste Eindruck, den wir hinterlassen, ist sehr wichtig, denn er entscheidet darĂŒber, ob unser GegenĂŒber Interesse daran hat, sich nĂ€her mit uns zu beschĂ€ftigen. Wir alle wollen Menschen um uns haben, denen wir vertrauen können und die uns Mehrwert bringen. Das prĂŒfen wir in Sekundenschnelle ab.

Da wir alle Augentierchen sind, ist das, was wir sehen, die Grundlage fĂŒr unser Votum: Das Erscheinungsbild sollte stimmig zur Persönlichkeit sein – das sorgt fĂŒr Vertrauen und GlaubwĂŒrdigkeit. Auch ist es schön, wenn ich durch die Kleidung den Anlass, mein GegenĂŒber und mich selbst wertschĂ€tze – weil ich damit signalisiere, dass es mir etwas bedeutet.

Anhand der Körperhaltung versuchen wir einzuschĂ€tzen, wie unser GegenĂŒber tickt, wie sie:er ĂŒber sich und seine Mitmenschen denkt, denn wir wollen Menschen auf Augenhöhe, die sicher, aber nicht ĂŒberheblich sind. Eine selbstbewusste innere Haltung und echtes Interesse an der Umwelt sorgen fĂŒr Charisma.

Und natĂŒrlich zĂ€hlt auch das Verhalten im ersten Moment: Schaut mich mein GegenĂŒber an? LĂ€chelt sie:er? LĂ€dt dieser Mensch mich durch sein Verhalten ein, Kontakt mit ihm aufzunehmen?

2. Sie sind Expertin fĂŒr Marken- und Stilberatung – welche 3 Merkmale ĂŒberzeugen Sie persönlich?

Wenn ich Menschen das erste Mal sehe, gefĂ€llt mir, wenn diese „stimmig“ sind, wenn ich das GefĂŒhl habe, dass da jemand richtig in sich zu Hause ist und um seine (optischen und inneren) StĂ€rken weiß.

Ich achte außerdem gerne auf Schuhe und HĂ€nde, weil diese mir verraten, wie sich jemand pflegt und wieviel Wert den „Kleinigkeiten“ gegeben wird. Außerdem schĂ€tze ich Freundlichkeit und Höflichkeit sehr.

3. Haben Sie einen Tipp fĂŒr uns, was bei Aufregung und NervositĂ€t schnell und effektiv helfen kann?

Aus meiner Sicht ist eine gute Vorbereitung wichtig.Wenn ich weiß, was das Ziel ist und ich das dafĂŒr getan habe, was zur Zielerreichung von meiner Seite aus nötig ist, dann gibt mir das Sicherheit. Wenn die Nerven ein bisschen flattern, kurz bevor es losgeht, stelle ich meine beiden FĂŒĂŸe parallel auf den Boden, lege meine HĂ€nde auf die Oberschenkel und atme tief und ruhig und konzentriere mich auf meinen ersten Satz (den ich vorbereitet habe 😊). Außerdem versuche ich, in meiner Mitte/ bei mir zu bleiben.

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10.06.2021: Drei Fragen an unsere Referentin Dr. Stefanie Rukavina

Nach unserem Mittagsimpuls Konflikte – agieren mit gutem GefĂŒhl mit Dr. Stefanie Rukavina, Dipl.-Biologin, Coach und Yogalehrerin haben wir unserer Referentin wieder drei Fragen gestellt:

Foto: Janine GrĂŒber

1. Was macht Konflikte so anstrengend und krĂ€ftezehrend fĂŒr uns?

Konflikte haben wir immer dann, wenn unterschiedliche BedĂŒrfnisse aufeinanderprallen. Dabei reagiert sofort unser Emotions- und Stresssystem und der gesamte Organismus wird aktiviert, wie beispielweise der erhöhte Muskeltonus, der sich hĂ€ufig als Spannungsschmerz bemerkbar macht oder das Gedankenkreisen, das uns gegebenenfalls schlecht schlafen lĂ€sst.

Über die Zeit kann dies unseren Energielevel sehr senken, insbesondere wenn wir in den Kreislauf (Gedankenkreisen, schlechter Schlaf, schlechte Gewohnheiten, starke unangenehme Emotionen, Gedankenkreisen, schlechter Schlaf, etc.) nicht durchbrechen und den Konflikt aktiv angehen.

2. An welchen Stellschrauben können wir drehen, um einem Konflikt zu begegnen und wieder mit klarem Kopf zu agieren?

Grob gesprochen können wir nach außen und nach innen wirksam werden. Mit sogenannten „Copingstrategien“, die unterschiedliche Ansatzpunkte beinhalten, versuchen wir die Rahmenbedingungen zu Ă€ndern und/oder an der inneren Haltung mit unseren Emotionen und Überzeugungen.

Wichtig ist zu wissen, dass wir uns an dieser Stelle erlauben dĂŒrfen flexibel zu bleiben, da man eben nicht pauschal sagen kann, welche Strategie generell besser oder schlechter ist.

PrĂ€ventiv und zur StĂ€rkung fĂŒr zwischendurch empfehle ich das Praktizieren von Achtsamkeit, denn hier zeigt die Wissenschaft einen eindeutig messbaren Einfluss auf das Wohlbefinden und den „klaren Kopf“.

Zudem ist eine regelmĂ€ĂŸige Ressourcenarbeit wichtig, damit wir gestĂ€rkt nach vorne blicken können und so manchen Konflikt deutlich gelassener managen können.

3. Sie bezeichnen sich selbst als Emotionscoach fĂŒr mehr Wohlbefinden – kann sich ein Konflikt wirklich gut anfĂŒhlen und wenn ja, wie kann das gelingen?

Ein Konflikt fĂŒhlt sich dann nicht mehr belastend an, wenn unsere Ressourcen den Konflikt ĂŒberwiegen und wir wieder mit klarem Kopf und klarer Sicht wissen, an welcher Stelle wir wirksam werden können. Ab diesem Moment finden wir eher das GefĂŒhl des „Challenge accepted“. Das GefĂŒhl vermischt sich mit weiteren Emotionen von Mut, Hoffnung, Stolz, die uns Energie schenken. Ab diesem Moment, fĂŒhlt sich ein Konflikt fĂŒr die meisten Menschen wieder ok bis gut an.

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