Weltfrauentag: Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung

Gruppenportrait ethnisch verschiedener und altersübergreifender lächelnder Frauen in formellen Anzügen

Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit – vor allem aus Drittstaaten – leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland.

Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit tragen erheblich zum Beschäftigungswachstum bei

Eine aktuelle KOFA-Studie* zeigt: Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit – vor allem aus Drittstaaten – leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland. Fast die Hälfte des Beschäftigungszuwachses unter Frauen seit 2014 geht auf sie zurück, davon über ein Viertel allein auf Frauen aus Drittstaaten. Für Baden-Württemberg gilt ungefähr dasselbe Verhältnis. Daneben gab es auch im Bereich höher qualifizierter Tätigkeiten einen starken Zuwachs weiblicher Beschäftigung. Im Jahr 2024 waren 32,3 Prozent Spezialistinnen mehr beschäftigt als noch 2014, was einem Zuwachs von rund 760.000 Frauen entspricht. Mit Blick auf die Branchen tragen Frauen erheblich dazu bei, Lücken in Berufen mit Fachkräfteengpässen abzufedern. Rund 6,5 Millionen Frauen (42 Prozent) arbeiteten 2024 in diesen Berufen, wobei Soziale Arbeit, Kinderbetreuung, Erziehung und die öffentliche Verwaltung die größten Zuwächse erlebten. 

Der Südwesten verzeichnet nach Nordrhein-Westfalen und Bayern insgesamt den dritthöchsten Anstieg beim Beschäftigungszuwachs unter Frauen. Insgesamt waren mit 15,6 Millionen im Jahresmittel 2024 knapp 2,5 Millionen Frauen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als im Jahr 2014. 

Weiterhin viele ungenutzte Potenziale 

Gleichzeitig bleibt ein großes Potenzial ungenutzt, gerade bei Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Sie machen 40 % der bundesweit 1,3 Millionen arbeitslosen Frauen aus. Das sind 531.000 Personen. Obwohl viele über Berufs- oder Hochschulabschlüsse verfügen, suchen vier Fünftel von ihnen aber eher Helfertätigkeiten bzw. Jobs unterhalb ihrer Qualifikation. Hier liegt großes Potenzial, weitere Fachkräfte für die Wirtschaft zu gewinnen. Schnellere und leichtere Anerkennung von Abschlüssen, unkomplizierte Nachqualifizierung und Spracherwerb sind zentrale Hebel. 

Mentorinnen-Programm für Migrantinnen hebt die Potenziale 

Hier setzt unter anderem das einzigartige Mentorinnen-Programm für Migrantinnen des Landesprogramms Kontaktstellen Frau und Beruf an, das am 14. März 2026 bereits in die zehnte Runde startet. Seit dem Start 2017 haben erfahrene Mentorinnen schon über 700 Migrantinnen dabei begleitet, berufliche Perspektiven auszuloten, Anerkennungen auf den Weg zu bringen und einen nachhaltigen Einstieg in den baden-württembergischen Arbeitsmarkt zu finden. Das Programm ist ein Erfolgsmodell: am Ende jeden Jahrgangs sind rund die Hälfte der Mentees in Arbeit. Ein weiteres knappes Drittel der Frauen beginnt eine Weiterbildung, eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.

Hier geht es zur vollständigen KOFA-Analyse mit weiteren Zahlen zu weiblicher Beschäftigung


*Die aktuelle KOFA-Studie unterscheidet zwischen deutschen und nichtdeutschen Frauen, also Frauen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit, da sie mit Daten aus der IW‑Fachkräftedatenbank bzw. amtlicher Statistik arbeitet, in der nach Nationalität (deutsch/nicht deutsch) unterschieden wird. Daher wird in der KOFA-Studie durchgehend von „nichtdeutschen Frauen“ und gesondert von „Frauen aus Drittstaaten“ gesprochen, was zeigt, dass es um Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit geht, untergliedert nach EU/Nicht‑EU.