Im Gespräch mit der Verwaltungsrätin Helga Schneeberger

Du bist im Verwaltungsrat des Vereins BeFF e.V. tätig. Warum? Wie kam es dazu?
Mein frauenpolitisches Engagement begann in den 80er-Jahren im selbstverwalteten Frauenhaus Stuttgart. Damals dachten wir noch, dass die Institution dieser Häuser für Frauen, die Gewalt erlebt haben, sich in 40 Jahren erübrigt haben würde – die Wirklichkeit 2021 ist eine andere.

Aus der Erkenntnis, dass Frauen ohne berufliche Perspektive nie unabhängig werden, wurde für mich die Sicherung eines eigenständigen Berufslebens zum Credo meines eigenen Lebensweges und führte zur Mitgründung von BeFF e.V.

Welche frauenpolitischen Fragestellungen liegen dir besonders am Herzen ?
Als Lehrerin und später als Rektorin einer Schule und selbst ausgebildet in den MINT- Fächern (Naturwissenschaften und Technik) war es mir ein Anliegen, dass junge Frauen eine Berufswahl treffen, die nicht ausschließlich den tradierten Rollenmustern von Frauen entspricht und sie u.a. den Männern Paroli bieten können durch Kompetenz, Selbstsicherheit und gleichen Verdienst. Ohne finanzielle Eigenständigkeit durch den Beruf ist für mich kein selbstbestimmtes Leben als Frau denkbar, das war und ist mir immer ein sehr wichtiges Anliegen.

Diese Überzeugung möchte ich durch mein Engagement bei BeFF e.V. mithelfen, in die Tat umzusetzen.

Was macht den Verein BeFF e.V. aus deiner Sicht einzigartig?
BeFF e.V. vereint in der Arbeit aus hauptamtlich sehr engagierten z. T. langjährigen Mitarbeiterinnen und ehrenamtlich tätigen Frauen ein Modell, in dem Frauen ihr Potential individuell entwickeln können, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig misst der Verein BeFF e. V. mit nicht nachlassendem Nachdruck, die politisch Verantwortlichen daran, wie sie den Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen.

Das ist fĂĽr mich einzigartig!