Drei Fragen an unsere Kollegin Viola Oess

Heute stellen wir unsere Kollegin Viola Oess vor. Sie arbeitet als Bezugscoachin in unserem Kooperationsprojekt FORUM FRAUEN. Mit der Interviewreihe möchten wir einen Einblick in die vielfÀltigen Aufgaben des Vereins BeFF und der Kontaktstelle Frau und Beruf Stuttgart, Region Stuttgart geben.

  1. FĂŒr was bist du bei BeFF bzw. in der Kontaktstelle Frau und Beruf zustĂ€ndig?

Ich bin als Bezugscoachin in der Clearingstelle des Kooperationsprojektes FORUM FRAUEN tĂ€tig. Dieses wird im Auftrag des Job Centers Stuttgart und in Kooperation mit vier weiteren TrĂ€gerinnen durchgefĂŒhrt. Ziel ist es, Frauen im ALG II bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung und der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstĂŒtzen. In der Clearingstelle fĂŒhren wir die ErstgesprĂ€che mit den Frauen und entscheiden welches der fĂŒnf Projekte am besten zu ihrer Lebenssituation passt. Die Koordination, Planung und Steuerung des Maßnahmeverlaufs gehört ebenfalls zu meinen Aufgaben.

  1. Was gefĂ€llt dir besonders gut an deiner Arbeit? Was gibt dir das GefĂŒhl hier richtig zu sein?

Es gefĂ€llt mir, dass ich hier Frauen unterstĂŒtzen kann, die eine besondere Lebenssituation zu bewĂ€ltigen haben. Die SchicksalsschlĂ€ge und UmstĂ€nde, die dazu fĂŒhren, dass eine Frau hier sitzt, sind meist sehr bewegend. Frauen in diesen Situationen begleiten und stĂ€rken zu können ist fĂŒr mich eine Herzensangelegenheit!    Immer wieder bin ich berĂŒhrt und beeindruckt davon, was fĂŒr starke Frauen vor mir sitzen und was sie im Leben geleistet und getragen haben. HĂ€ufig beschreiben die Frauen ein großes GefĂŒhl von Schwere und Aussichtslosigkeit und ich weiß, dass ich hier richtig bin, wenn die Frau das BĂŒro mit einem kleinen Leuchten in den Augen verlĂ€sst und sich bedankt. DafĂŒr, dass ihr zugehört und sie gesehen wurde und sie vielleicht wieder etwas nĂ€her an ihre StĂ€rken und Ressourcen gekommen ist, die sie verloren geglaubt hat.

  1. Wie erlebst du deine Arbeit in Zeiten von Corona? Was hat sich verÀndert?

Die Corona-Zeit hat sehr viel verĂ€ndert. Weniger fĂŒr unsere Arbeit hier in der Clearingstelle, als fĂŒr die Frauen. Ich stelle fest, dass sich der Alltag fĂŒr die Teilnehmerinnen stark verĂ€ndert hat und die Frauen und den Familienalltag nachhaltig prĂ€gt. Die Frauen sind sehr belastet durch die fehlende Beschulung/Kinderbetreuung und die allgemeine Unsicherheit. Nicht wenige Frauen, die gerade den Schritt in den Arbeitsmarkt geschafft haben und eine Arbeit gefunden haben, die mit der Kinderbetreuung kompatibel ist, sind direkt wieder arbeitslos geworden. Dies ist sehr frustrierend und fĂŒhrte bei einigen Frauen zu großer Verzweiflung. Ebenfalls ist sehr deutlich, dass Corona besonders die Familien trifft, die schon benachteiligt sind. Vielen Familien fehlten die Mittel zum Homeschooling der Kinder (Laptop, W-Lan, Drucker) und der Unterricht konnte beispielweise nur mit dem Smartphone gefĂŒhrt werden. Voraussetzungen unter denen Lernen nicht möglich ist. Die Kinder verlieren den Anschluss in der Schule und es entsteht ein großer Druck.

Wir mĂŒssen hier allgemein flexibler sein, individuelle Lösungen finden und auch einfach damit umgehen, dass vieles nicht planbar und vorhersehbar ist.

Hier finden Sie die Kontaktmöglichkeiten zu unserem Team: https://www.beff-frauundberuf.de/mitarbeiterinnen/