Drei Fragen an Silke Rommel zum Workshop „Voll vernetzt – soziale Netzwerke beruflich nutzen“

Drei Fragen an Silke Rommel, PR- und Marketing-Beraterin, zu ihrem Workshop „Voll vernetzt – soziale Netzwerk beruflich nutzen“

Welchen Nutzen sehen Sie in den Sozialen Medien u. Netzwerkplattformen?
Sie bieten viele Möglichkeiten, sich aktiv als Selbstständige und Expertin zu präsentieren und mit potentiellen Zielgruppen in Dialog zu gehen. Man kann sein eigenes Netzwerk ausbauen und z.B. Kooperationspartnerinnen finden. Nicht nur regional, sondern überregional und bei Bedarf auch international. Bei der Suche nach einer neuen Anstellung dienen diese Plattformen dazu, auf sich aufmerksam zu machen. Zusätzlich sind sie hilfreiche Informationsquelle, um z.B. gezielt nach einer Stelle zu suchen und sich vorab über potenzielle „Wunscharbeitgeber“ zu informieren. Zahlreiche Unternehmen veröffentlichen interessante Neuigkeiten auf diesen Plattformen, die man sehr gewinnbringend im Bewerbungsprozess nutzen kann.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Sozialen Medien u. Netzwerkplattformen?
Es herrscht viel Dynamik auf diesen Kanälen. So verändert sich z.B. das Nutzungsverhalten auf den verschiedenen Sozialen Medien. so sind z.B. die Nutzer auf Facebook zwischenzeitlich deutlich älter und die jüngeren auf andere Kanäle „abgewandert“. „Neue“ Kanäle kommen auf, wie z.B. Tik Tok und nicht alle Kanäle, setzen sich bei einer breiten Zielgruppe durch, wie z.B. Clubhouse. Bestehende Kanäle entwickeln ihre Funktionalitäten weiter und können für die persönlichen Belange mehr Nutzen stiften. Während des Corona-Lockdowns haben die Netzwerkplattformen Xing und LinkedIn enorme Zuwächse verzeichnet. Persönliches reales Netzwerken war nicht möglich und viel hat sich virtuell auf diese Plattformen verlagert. Es ist wichtig, für sich selbst immer wieder zu überprüfen, was man mit seinen Aktivitäten auf den ausgewählten Medien erreichen möchte und wie sich das Nutzungsverhalten dieser persönlichen Zielgruppen verändert. Es ist viel Bewegung drin, auf die man sich immer wieder neu einstellen sollte.

Was raten Sie Frauen, die aktuell noch nicht auf den Sozialen Medien und Netzwerkplattformen aktiv sind?
Für mich steht die Frage nach den Zielen, die ich mit meiner Präsenz erreichen möchte, an erster Stelle. Im nächsten Schritt kann man sich dann damit befassen, welche Kanäle sich hierfür eignen, z.B. weil meine Zielgruppe diese nutzt. Dann folgen für mich Fragen wie:
• Was für Inhalte könnte ich für bestimmte Kanäle bereitstellen (Text, Fotos, Videos etc.).
• Welche Kanäle machen mir persönlich besonders viel Freude.
• Wie viel Zeit und Budget habe ich verfügbar.

Grundsätzlich ist es keine Schwierigkeit ein Profil auf einem Kanal anzulegen. Die Herausforderung besteht darin, über einen langen Zeitraum kontinuierlich Präsenz zu zeigen und interessante Angebote mit Mehrwert zu präsentieren. Das erfordert Ressourcen und darüber sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen.

Vielen Dank fĂĽr die Anregungen und Tipps!

 

Drei Fragen an Soziologin Manuela Rukavina zum Thema „Raus aus dem inneren Hamsterrad – dem Mental Load wirksam begegnen“

Drei Fragen an unsere Referentin Manuela Rukavina, Soziologin, Coach und Speakerin, zu ihrem  Online-Seminar „Raus aus dem inneren Hamsterrad – dem Mental Load wirksam begegnen““.

Was versteht man eigentlich unter Mental Load?
Mental Load ist quasi die unsichtbare To-do-Liste mit all ihren Verpflichtungen, die sich in unserem Kopf permanent bemerkbar macht.

Gibt es bei den Stressfaktoren Unterschiede zwischen Frauen und Männern?
Ja. Bei Männern stresst eher die berufliche Rolle, während Frauen häufig Stress wegen Erwartungshaltungen in sehr vielen Rollen empfinden. Im Übrigen sind die eigenen Erwartungen häufig der größte Stressfaktor der Frauen.

Was ist deine Lieblingsmethode, um das Hamsterrad anzuhalten?
Was immer und in jeder Situation geht ist tief atmen und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Nicht den Stress von morgen schon bunt ausmalen und den von gestern noch nacharbeiten – sondern sich darauf konzentrieren: Was brauche ich jetzt und was ist mir wichtig? Damit holt man mal Luft und priorisiert anders.

 

Herzlichen Dank fĂĽr die Anregungen!

 

 

Drei Fragen an Eva Gnida, European Business Coach, zum Thema „Chancen des verdeckten Arbeitsmarkts bei der Jobsuche“

Drei Fragen an Eva Gnida, European Business Coach, zum Thema „Chancen des verdeckten Arbeitsmarkts bei der Jobsuche“

Wie sehen die Stellenbesetzungswege in Deutschland aus?
Geht es darum, einen neuen Job zu finden, ist es wichtig unterschiedliche Wege zu gehen. Sinn macht es, sich über potenziellen Arbeitgeber zu informieren, die zum eigenen Profil passen. Und hier sind nicht nur jene in den Blick zu nehmen, die gerade Stellenanzeigen in den Jobbörsen schalten. Schließlich gibt es die freien Stellen nicht nur auf dem offenen Arbeitsmarkt, sondern ebenso im sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt. Die Unternehmen beauftragen externe Personalberatungen mit der Stellenbesetzung oder/und diese Stellen werden über Netzwerke, Empfehlungen und persönliche Kontakte besetzt. Auf dem offenen Arbeitsmarkt werden nur ca. 35 % der vakanten Stellen ausgeschrieben, auf die sich wiederum ca. 95 % der Stellensuchenden bewerben. Folglich birgt der verdeckte Stellenmarkt mit seinen knapp 70 % der vakanten Stellen eine große Chance auf den passenden neuen Job.

Wann und wozu werden externe Personalberatungen beauftragt?
Unternehmen arbeiten i.d.R. mit externen Personalberatungen zusammen, die ihre Bedarfe und Ansprüche kennen, mit einem entsprechenden Pool an Kandidat*innen ausgestattet sind und diese passgenau vorschlagen können. Sie werden beauftragt, wenn Fachkräfte bzw. Spezialist*innen gesucht werden und die Stelle zügig besetzt werden muss. Oder auch, wenn eine Stelle aktuell noch besetzt ist und nicht öffentlich ausgeschrieben werden kann, sowie bei befristeten Stellen oder für die Krankheitsvertretung.

Personalberatungen können für Jobsuchende profitable Partner sein, die den Weg in ein bevorzugtes Unternehmen ebnen können und bei passenden Stellen Kontakt aufnehmen.

Wie nutze ich den verdeckten Arbeitsmarkt?
Neben der Möglichkeit, als Jobsuchende die Personalberatung zu nutzen, ist die Stellensuche durch Initiativbewerbung und aktiven Netzwerken ein weiterer wichtiger Weg zum neuen Job.

Denn ungefähr jede 10. Stelle wird über Empfehlung oder Initiativbewerbung besetzt. Grundlage ist wie bei jeder Stellensuche die Kenntnis der eigenen Expertise und Erfahrungen, um zielgenau aktiv zu werden und sich u. a. bei Xing, LinkedIn zu präsentieren. Die Teilnahme an Messen, Fachveranstaltungen sowie Netzwerken im Bekanntenkreis oder mit ehemaligen Kolleg*innen sind Chancen, im verdeckten Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.

Vielen Dank für die Einschätzung und Anregungen

Drei Fragen an Andrea Hörtig und Corinna Elison zu „Sozialwirtschaft – ein Berufsfeld mit Perspektive“

Im Rahmen von dem Unternehmenseinblick zu dem Thema „Sozialwirtschaft – ein Berufsfeld mit Perspektive“ fĂĽhrten wir ein Interview mit Andrea Hörtig (Trägerbeauftragte fĂĽr die kath. Kindertagesstätten in Stuttgart) und Corinna Elison (PiA-Beauftragte).

Andrea Hörtig (Trägerbeauftragte für die kath. Kindertagesstätten in Stuttgart)

Das Katholische Stadtdekanat Stuttgart betreibt 60 Kindertagesstätten und beschäftigt rund 700 pädagogische Mitarbeitende.

Was macht den Beruf der pädagogischen Fachkraft (Erzieher*in) aus Ihrer Sicht interessant und attraktiv?

Eines ist sicher: Dieser Beruf hat Zukunft und bietet gute berufliche und persönliche Entwicklungschancen. Durch den Ausbau der Kita-Plätze im Ganztagesbereich sowie im Kleinkindbereich, also für Kinder unter drei Jahren, ist der Bedarf an pädagogischen Fachkräften nach wie vor hoch. Die pädagogische Arbeit eröffnet den Mitarbeitenden Gestaltungsmöglichkeiten in der Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit mit den Kindern. Fachkräfte haben die Möglichkeit, in ihrer Arbeit Schwerpunkte in verschiedenen Bildungsbereichen wie z.B. Sprache, Kreatives Gestalten, Musik, Natur, Forschen, Mathematik usw. zu legen. Auch die Vielseitigkeit des Berufs ist ein Pluspunkt: Neben der Begleitung der Kinder in ihren Bildungsprozessen werden Elterngespräche geführt, Veranstaltungen organisiert und Portfolios gestaltet. Für Abwechslung ist also gesorgt. Die Perspektiven für die Karriere sind gut: klassische Positionen auf dem Karriereweg sind Teamleitung, stellvertretende Leitung oder Einrichtungsleitung.

Ausbildungswege/Quereinstieg/Karriere – welche Möglichkeiten gibt es?

Viele Wege führen in den Beruf der pädagogischen Fachkraft: Neben der klassischen Ausbildung am Berufskolleg mit Praktika gibt es seit einigen Jahren die sogenannte praxisintegrierte Ausbildung, auch bekannt unter dem Begriff PiA. Dazu kommen Ausbildungswege über ein Studium, z.B. frühkindliche Bildung und Erziehung oder Soziale Arbeit in der Elementarpädagogik. Auch Frauen aus verwandten Berufen, wie z.B. Logopädinnen oder Physiotherapeutinnen können mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung als pädagogische Fachkraft in der Kita einsteigen. Gerade auch für Frauen, die über eine berufliche Veränderung nachdenken gibt es die Möglichkeit des Quereinstiegs über die sogenannte Schulfremdenprüfung sowie verschiedene Teilzeit-Ausbildungsmodelle.

Weshalb sollten sich auch Männer für diesen Beruf entscheiden?

Der Anteil von Männern, die den Beruf der pädagogischen Fachkraft ausüben, nimmt zu – ist aber immer noch vergleichsweise niedrig. Klar ist: Die Kinder profitieren davon, wenn sie in der Kita neben den weiblichen auch männliche Rollenvorbilder erleben. Und auch für die pädagogischen Teams ist die Mitarbeit von Männern eine Bereicherung. Über Praktika oder ein FSJ haben junge Frauen und Männer die Möglichkeit, das Berufsfeld der pädagogischen Fachkraft kennenzulernen.

Vielen Dank fĂĽr diesen Einblick!

 

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Drei Fragen an Jessica Telschow zum Impuls: Hinfallen – Aufstehen – Karriere machen

Drei Fragen an Jessica Telschow, Abteilungsleiterin bei Bosch, zu ihrem Mittagsimpuls „Hinfallen – Aufstehen – Karriere machen“

Warum ist es so wichtig, ĂĽber das Thema Krankheit zu sprechen?
Ich persönlich glaube eh, dass es nichts gibt, ĂĽber das man nicht sprechen kann. Interessanterweise stelle ich immer wieder fest, dass das Thema Krankheit im sprachlichen Kontext oft mit Schwäche verbunden wird. FĂĽr mich ist Krankheit keine Schwäche, sondern ein „Zustand“ im Leben, der es beeinflusst oder auch verändert. Der Mensch neigt dazu, Veränderungen mit negativen Erlebnissen in Verbindung zu bringen. Veränderungen finde ich wichtig – somit ist und war die Brustkrebsdiagnose etwas, das mich verändert hat. Ob diese Veränderung ohne die Diagnose stattgefunden hätte, kann ich nicht sagen. Ich habe sie einfach in mein Leben integriert.

Wer hat Ihnen geholfen und Sie den Weg „gehen lassen“?
Tatsächlich habe ich mir im ersten Moment selbst geholfen. Selbst dahingehend, dass ich einen Plan für mich gemacht habe. Im Rückblick stellt man fest, dass die eine oder andere Entscheidung vielleicht heute anders ausfallen würde.

Spannend ist nicht, was im Jahr der Erkrankung passiert ist – sondern was sich zwei Jahre später alles verändert hat. Ich habe mich vom damaligen Freund getrennt und 2019 meinen jetzigen Ehemann kennengelernt. Bei der „Suche“ nach einem neuen Partner sprach ich stets sehr offen ĂĽber meine Erkrankung – auch mit den sichtbaren körperlichen Folgen. Es gibt Männer, die können nicht damit umgehen. Das ist das Spiegelbild der Gesellschaft – warum können wir nicht mit Defiziten umgehen? Bei der Reflexion stellte ich fest, dass dies oft mit Angst zu tun hat. Somit sind wir bei der ersten Frage, warum ich darĂĽber spreche.

Was wĂĽnschen Sie sich fĂĽr Ihre Zukunft?
Dass ich meine Erfahrungen weitergeben kann. Insbesondere um im Arbeitskontext den Führungskräften die Angst vor diesem Thema zu nehmen. Sei es für sie privat oder für ihre Führungsrolle im Umgang mit den Mitarbeitenden. Die Zeiten sind momentan so verrückt, dass uns Mut und Offenheit helfen kann, diese auszuhalten.

Vielen Dank fĂĽr den inspirierenden Einblick!